Stolberg: In einigen Stadtteilen fehlen künftige Elterngenerationen

Stolberg: In einigen Stadtteilen fehlen künftige Elterngenerationen

„Eigentlich gar nicht schlecht” sei die Bevölkerungsprognose für Stolberg, sagt Wolf Krämer-Mandeau. Denn der absolute Tiefpunkt bei den Elternzahlen sei jetzt gerade erreicht, die Kurve für die Zukunft gehe aber in den kommenden Jahren nach oben.

Es sind Zahlen - gesammelt für die Schulentwicklung - die auch viel über die Bevölkerungsstruktur in Stolberg und seinen Stadtteilen aussagen. Insgesamt - und das wertet Krämer-Mandeau absolut positiv - ist die Zahl der 17- bis 23-Jährigen in Stolberg deutlich höher als die der 30 - 35-Jährigen. So leben in der Kupferstadt nur rund 550 30-Jährige, aber rund 720 Menschen, die 20 Jahre alt sind.

Gut für die Stadt ist das deshalb, weil die heute 17 - 23-Jährigen die Eltern von morgen sind. „Wenn es gelingt, diese Menschen in Stolberg zu halten, dann besteht die Möglichkeit, dass die Geburten wieder steigen”, erläutert der Gutachter. Das wäre auch dringend nötig, denn da, wo es keine Elterngeneration gibt, da kann es auch keine Kinder geben. Der Effekt zeigt sich gerade jetzt, wo es in Stolberg insgesamt rund 300 Grundschulkinder weniger gibt als vor fünf Jahren. „Das sind zwölf Klassen mit je 25 Schülern, die wir verloren haben”, verdeutlicht Krämer-Mandeau.

Der Gutachter hat bei seiner Analyse auch einige Problem-Stadtteile ausgemacht. „In Mausbach wird die Kinderzahl dauerhaft tief bleiben”, prophezeit er angesichts von gerade einmal 30 20-Jährigen, die noch in diesem Stadtteil leben - Männer und Frauen zusammengenommen.

Besser sieht es aus in Ober- und Unterstolberg oder beispielsweise Münsterbusch, ähnlich schlecht wie für Mausbach dagegen ist die Prognose für die Bereiche Gressenich/Werth/Schevenhütte sowie Vicht/Zweifall.

Die Hoffnung, durch Neubaugebiete in einzelnen Orten Abhilfe schaffen zu können, hat Krämer-Mandeau im Gegensatz zu manchem Stadtplaner und Grundschulleiter nicht: „Manche Grundschulen sehen mit jedem Umzugswagen im Ort schon eine neue Klasse auf sich zukommen”, sagt Krämer-Mandeau, doch da sei eher der Wunsch Vater des Gedankens. „Neubaugebiete bringen viel weniger langfristige Effekte als man sich erhofft.”

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