Kirmes der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Dorff: Humoristische Punktlandung bei der Ulkparade

Kirmes der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Dorff : Humoristische Punktlandung bei der Ulkparade

Wenn ein Flugzeug auf dem Lindenplatz landet, kann es sich nur um die Ulkparade am vierten Tag der Dorffer Schützenkirmes handeln. Besagte Landung war indes nur ein Höhepunkt des humoristischen Spektakels, mit dem das Ulkparaden-Komitee mit viel Kreativität und noch mehr Witz die zahlreichen Zuschauer bestens unterhielt.

Im Mittelpunkt des Geschehens stand Schützenkönig Lars Plum, der eine durchaus vielseitige Persönlichkeit ist.

Plum ist Vorsitzender der DJK Sportfreunde Dorff, amtierende Jungfrau im Dorffer Dreigestirn, gelernter Kfz-Mechatroniker und beruflich viel auf Reisen – zum Beispiel in Russland und Griechenland. Grund genug für das Ulkparaden-Team, dem Schützenkönig krumme Geschäfte und kriminelle Machenschaften anzudichten. Bereits im zarten Kindesalter habe Plum etwa seine Schultüte nicht nur selbst gebastelt, sondern auch selbst geraucht. Als Anspielung auf seine Kfz-Ausbildung wurde der Lindenplatz zum Schauplatz eine Muscle-Car-Rennens.

Was wörtlich gemeint war, denn als Fahrzeuge dienten der Majestät und seinem Gefolge Bobby-Cars, die mit reiner Muskelkraft bewegt wurden. Ein heiteres Spiel, doch für Lars Plum sollte die Ulkparade nicht ganz so unbeschwert weitergehen. Denn sein „Pate“ hatte einen brisanten Auftrag für den Schützenkönig. „Don Artur“ übergab Plum einen Beutel mit Rohdiamanten, die Plum schlucken und schmuggeln sollte – in einem Flugzeug, und das Verhängnis nahm seinen Lauf.

Kaum dass Plum mit dem Flugzeug spektakulär auf der Marienstraße gelandet war, stieg auch schon dichter Rauch aus der Maschine auf. Freilich hatte das Ulkparaden-Komitee höchste Sicherheit walten lassen, und bereitstehende Feuerwehrleute löschten den Brand und Plum. Doch es kam noch dicker für den König. Im Dorffer Nackt-Scanner wurden die Diamanten in Plums Innerem entdeckt und sogleich geborgen. Weitere Untersuchungen ergaben, dass der Protagonist der Ulkparade kontaminiert war, was akuten Handlungsbedarf bedeutete.

Schwer gezeichnet, aber immer noch guter Dinge, musste der König etliche Abenteuer überstehen. Foto: Dirk Müller

Mit allerlei Pulvern und farbigen Flüssigkeiten wurde Plum neutralisiert, so dass von ihm keine Gefahr mehr ausging, und der König unter großem Jubel mit seinem einsitzigen Flugzeug vom Lindenplatz in das große Dorffer Festzelt fliegen konnte, wo bis zum Begraben der Kirmes noch tüchtig gefeiert wurde. Die Ulkparade ist immer etwas ganz besonderes und eine kultige wie in Stolberg einzigartige Veranstaltung. Doch die gesamte Kirmes der Dorffer St.-Hubertus-Schützenbruderschaft war besonders.

Unter dem Motto „frei und locker“ feierten bereits am ersten Abend der Schützenkirmes viele Gäste mehrerer Generationen mit dem Könisgpaar Lars und Larissa Plum im Festzelt. Am zweiten Tag folgte nach dem Festhochamt mit Präses Ulrich Lühring, dem Gedenken am Ehrenmal und einem ersten Umzug durch den Ort ein spezieller Höhepunkt: Gleich mehrere Majestäten hatten zum Sommernachtsball ins Festzelt eingeladen, denn die Dorffer Kirmes war erstmals Schauplatz der Bezirkskönigsfests der Grenzlandschützenbunds Aachen-Land-Süd.

Der amtierende Bezirksschützenkönig Andreas Junker aus Dorff gab dabei die Königswürde in feierlichem Rahmen an seine Nachfolgerin Suse Keil-Schlütz weiter. Mit dabei waren Bezirksbundesmeister Manfred Tings und Diözesanbundesmeister Dieter Woche sowie mehr als ein Dutzend befreundete Bruderschaften, so dass das Festzelt beim „Ball der Könige“ förmlich aus allen Nähten platzte. Der Nachklang dieses rauschenden Abends machte sich auch am dritten Kirmestag noch bemerkbar, als der Festumzug durch Dorff trotz Regen größer und prächtiger war als in den Vorjahren.

Das Dorffer Könisgpaar Lars und Larissa Plum strahlt beim Festumzug, auch wenn es regnet. Foto: Dirk Müller

Anschließend setzte die Böllerschützenabteilung der befreundeten Sebastianus-Schützen aus Breinig noch lautstarke Akzente, bevor Jung und Alt sich beim Kirmestanz amüsierten. Heinz Willms, Brudermeister der gastgebenden Hubertus-Schützen, zog nach dem viertägigem Ausnahmezustand in Dorff ein positives Fazit: „Es ist uns wieder gelungen, eine echte Volkskirmes auf die Beine zu stellen, bei der viele Menschen nahezu aller Generationen fröhlich gefeiert haben.“ Möglich sei die Veranstaltung in dieser Größenordnung allerdings nur, weil alle Ortsvereine und weitere ehrenamtliche Helfer tatkräftig mit anpacken würden.

„Insgesamt sind bei der Dorffer Kirmes rund 100 Freiwillige im Einsatz, denen wir herzlich danken. Das Tolle daran ist: Die Ehrenamtler helfen nicht nur – sie machen das sogar genauso gerne, wie sie mitfeiern“, sagte Willms. Nach der Kirmes ist für die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft übrigens gleich wieder vor dem Vogelschuss: Am Samstag, 24. August, beginnt am Vereinsheim an der Pfarrer-Gau-Straße ab 18.30 Uhr das Grillfest mit Geldvogelschuss und beim anschließenden Königsvogelschuss wird die kommende Majestät der Dorffer Schützen ermittelt. Bildergalerie online: www.az-web.de

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ulkparade als Höhepunkt der Dorffer Kirmes

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