Historischer Film: Stolberg in acht Jahrhunderten

Historischer Film : Stolberg in acht Jahrhunderten

Eine visuelle Zeitreise in die jüngere Geschichte der Kupferstadt Stolberg unternahmen jetzt zahlreiche Besucher im Saal des Kulturzentrums Frankental.

Stadtarchivar Christian Altena zeigte den Film, den man 1956 anlässlich von 100 Jahre Stadtrecht und 800 Jahre Geschichte hergestellt hatte. Mit etwa 130 Besuchern war der historische Film ähnlich gut besucht wie bei der ersten Vorführung im März dieses Jahres. Da der digitalisierte Film keine Tonspur besitzt, wurden die Aufnahmen von Altena kommentiert.

Gedreht hatte man damals den Film, um beispielhaft einige Veranstaltungen wiederzugeben, die den beiden Festwochen im September 1956 Gestalt und Inhalt gegeben hatten. Schwerpunkt des historischen Werkes war der Festzug „Stolberg in acht Jahrhunderten“, der am Sonntag, 9. September 1956, in der Innenstadt stattgefunden hatte. Wie zu erwarten, stießen gerade diese Aufnahmen auf das besondere Interesse der Gäste.

Schließlich hatten etliche Anwesende den damaligen Festzug, als Kinder und Jugendliche am Straßenrand oder als Darsteller der zahllosen Wagen und Fußgruppen, erlebt. Die Filmvorführung begann mit Panoramaaufnahmen, die unter anderem die Altstadt und die Innenstadt in ihrer damaligen Gestalt und Prägung zeigten. Danach folgten Bilder der feierlichen Ratssitzung auf der Burg, die dem Ereignis vom 4. September 1856 gewidmet war, als der damaligen rund 6600 Einwohner zählenden Gemeinde Stolberg das Stadtrecht verliehen wurde.

Des weiteren waren Filmsequenzen zu sehen, die ein Fußballspiel auf dem 1956 neu angelegten Sportplatz Rotsch, einen Bunten Abend im alten Rolandshaus, den offiziellen Festakt im Kino Schauburg, den Fackelzug der Feuerwehr durch die Innenstadt, die Grundsteinlegung zum Neubau der Berufsschule auf dem Obersteinfeld und das Zeltlager des Stadtjugendringes auf dem heute bebauten Gelände Stolberger Hecke, beispielhaft präsentierten.

Wie eingangs schon erwähnt, waren die Besucher von der filmischen Wiedergabe des Festzuges von 1956 am meisten beeindruckt. So wurden die Erläuterungen des Stadtarchivars und Historikers, der seine Kommentierung mit Humor und viel Sachkunde ausgestattet hatte, mit eigenen Kommentaren und Hinweisen bedacht. Schließlich wurden Verwandte oder Freunde wiedererkannt oder man hatte die Namen der damaligen Darsteller parat.

Denn das im Film Gezeigte war eindrucksvoll: Schließlich hatten sich 1956 anlässlich des Festzuges zahlreiche Kostümgruppen und Wagen bemüht, Zeitabschnitte der Stolberger Vergangenheit darzustellen und Einblicke in das handwerkliche und industrielle Schaffen der damaligen Kupferstadt zu geben. Altena hatte für den Hintergrund seiner Kommentierung das im Stadtarchiv vorhandene historische Material eingehend studiert und gesichtet.

Eine Auswahl dieses beispielsweise aus Sonderbeilagen der damaligen Presse, Programmheften und Flyer, Fähnchen in den Stadtfarben, lokalhistorischer Literatur und von Bert Stollenwerk angefertigte Wappenschilder bestehenden Materials hatte Altena am Bühnenrand für die zahlreichen Besucher zur weiteren Anschauung bereitgestellt.

Der Stadtarchivar erläuterte auch, dass die künstlerische Gestaltung der Feierlichkeiten 1956 in den Händen des Malers und Grafikers Bert Stollenwerk (1912 - 1997) gelegen hatte. Das Vorgeführte und von Christian Altena kommentierte wurde anschließend mit lang anhaltendem Applaus des Publikums belohnt.

Danach ergaben sich noch Gespräche, die sich um das von Altena am Bühnenrand ausgestellte historische Material drehten. Die Wiederholung des Films von 1956 war bereits die neunte Veranstaltung, der vom Stadtarchiv und der Volkshochschule initiierten zwölfteiligen Reihe anlässlich des 900-jährigen Stadtjubiläums. Drei weitere Termine folgen in Kürze.

Mehr von Aachener Nachrichten