Stolberg/Jülich: Hilfe für Desertec aus Stolberg

Stolberg/Jülich: Hilfe für Desertec aus Stolberg

Vielleicht ist in diesen Tagen der Grundstein für ein industrielles Märchen gelegt worden. Die Nachfrage ist da. Das Stolberger Kabelwerk Leoni Kerpen soll die solarthermischen Kraftwerke des Desertec Projekts mit Kabeln ausrüsten.

Das ist jenes Projekt, mit dem deutsche Dax-Konzerne wie RWE, Eon und die Deutsche Bank versuchen, Öko-Strom in Nordafrikas Wüsten zu gewinnen. Bis 2050 soll ein gigantisches Netzwerk aus Solarthermie-, Wind- und Solarkraftwerken den Strom für Nordafrika, den Nahen Osten und Teile Europas liefern.

Angesichts der Ausmaße dieses gigantischen Projekts liegt die Frage nah, ob Desertec nicht eine Nummer zu groß ist, für ein Kabelwerk, das sich am Ortseingang von Stolberg ins Tal der Vicht schmiegt. „Nein”, sagt Martin Moser, Direktor von Leoni Kerpen. „Wir sind der einzige Anbieter am Markt, der sich darauf mit einem eigenen Kabel-Sortiment spezialisiert hat.”

Der Freifahrtschein in die rosige Zukunft ist das gewiss noch nicht. Dennoch könnte das Werk davon profitieren, erster auf einem Markt zu sein, der erst in fünf bis zehn Jahren richtig in Schwung kommt. Der zuständige Bereich des Standorts in Stolberg erhalte für die nächsten Jahre Sicherheit, sagt Moser. Ausbau der Kapazitäten nicht ausgeschlossen.

Gewiss kein Nachteil für Leoni Kerpen ist die Nähe zu Jülich. Dort wird in einem solarthermischen Versuchskraftwerk die Technik erforscht, mit der in Zukunft Strom in der Wüste gewonnen werden soll. Seit einem halben Jahr arbeitet man in Stolberg und Jülich eng zusammen und träumt gemeinsam von einer großen Zukunft mit Sonnenenergie.