Heimat- und Geschichtsverein aus Stolberg auf Studienreise in den Harz

Auf den Spuren der Ottonen : Stolberger Heimat- und Geschichtsverein auf Studienreise in den Harz

Die diesjährige Studienreise führte die Mitglieder des Stolberger Heimat- und Geschichts-vereins in den Nordharz zu bedeutenden Stätten der frühen Reichsgeschichte. Neben der Pfalz in Aachen, wo Otto I. der Große (936-973) zunächst zum König erhoben und gekrönt wurde, weilten die damaligen Kaiser besonders oft in den Pfalzen am Nordrand des Harzes.

So wurden besonders Goslar und Quedlinburg bedeutende Niederlassungen der Herrscher die von Pfalz zu Pfalz durch das Reich zogen. Goslar, schon im Jahre 922 von Kaiser Heinrich I. gegründet, war auf Grund seiner bedeutenden Erzvorkommen schon im zehnten Jahrhundert eine reiche Stadt, die den Hofstaat (bis zu 2000 Personen) auch über mehrere Wochen versorgen konnte. Hier fanden zahlreiche Reichsversammlungen und Hoftage statt.

Die Besichtigung der Erzgrube Ramelsberg mit den auf vier Sohlen im Berg angebrachten großen Wasserrädern, welche von Grubenwasser angetrieben, die Förderkörbe bedienten, war ein besonderes Highlight. Auch in Quedlinburg wurden allein 29 Reichstage abgehalten. Das dortige Damenstift St. Servatius stieg im zehnten Jahrhundert zu großem Glanz und Ansehen auf. Von hier aus regierten zeitweise die Kaiserinnen Adelheid und Theophano sowie die Äbtissin Mathilde das Reich. Die Basilika beherbergt einen der bedeutendsten Kirchenschätze und ist, wie Goslar, Weltkulturerbe.

Das ehemalige Benediktinerkloster Ilsenburg, 1003 bis 1018 erbaut, sowie die Stiftskirche in Gernrode, von Kaiser Otto I. und Otto II. gefördert, waren beeindruckende Zeugnisse der romanischen Baukunst. In Halberstadt, schon von Karl dem Großen zu Bistum erhoben, war der Dom das Ziel der geschichtlichen Exkursionen, die von Wernigerode aus unternommen wurden. Nicht nur die geschichtliche Bedeutung dieser Region erfuhren die Mitglieder des Geschichtsvereins, auch die städtebaulichen Besonderheiten der Fachwerkhäuser waren ein besonderes Erlebnis, ebenso eine Fahrt durch die waldreiche Landschaft nördlich des Brocken. So bildete auch auf der Heimfahrt eine Führung durch die Fachwerkstadt Duderstadt den Abschluss einer unvergesslichen Reise.

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