Stolberg: „Harmonica Pete and the Blues Jukes“ bieten urtümlichen Blues

Stolberg: „Harmonica Pete and the Blues Jukes“ bieten urtümlichen Blues

Bereits nach wenigen Takten wurde dem Publikum in der Musikkneipe „Piano“ klar, dass der Name der Band in zweifacher Hinsicht Programm war: „Harmonica Pete and the Blues Jukes“ spielten urtümlichen Blues in Reinform, und Sänger Peter Steiner begeisterte nicht nur mit seiner authentisch bärigen Stimme.

Schon beim ersten Song „Everyday I have the Blues“, der in der Version von B. B. King zu einem Klassiker des Genres wurde, griff der „Harmonica Pete“ zu einer seiner zahlreichen Bluesharps. Ebenso leidenschaftlich wie seinen Gesang gestaltete Steiner auch das Spiel auf den Mundharmonikas, das im Ensemble mit den „Blues Jukes“ weit mehr als ein schmückendes Beiwerk war.

In den Arrangements des Quartetts nahmen die Harmonikas stets den Platz eines vollwertigen Instruments ein und bereicherten jeden einzelnen Song. Dies galt ebenso für die Soli, mit denen Andreas Barheier in der Altstadt begeisterte. Der Gitarrist wechselte mit routinierter Leichtigkeit von der Lead- zur Sologitarre, glänzte mit hohem technischem Können und enormer Spielfreude gleichermaßen. Dass der Blues nicht immer getragen sein muss, sondern mit einer ordentlichen Prise Boogie auch rocken kann, stellten „Harmonica Pete and the Blues Jukes“ gleich mit dem zweiten Stück unter Beweis. Jimmy Rogers‘ „Rock this House“ bestach durch großen Elan und eine sichere, treibende Rhythmus-Sektion mit Bernd Klümberg am Bass.

„Einarmig“ am Schlagzeug

Und mit Walter Demtroder am Schlagzeug, was an diesem Abend im „Piano“ besonders bemerkenswert war, denn Demtroder spielte die Drums diesmal einarmig. Obwohl er von einer Sehnenscheidenentzündung im rechten Arm gehandicapt war, kam es für die Band nicht in Frage, das Konzert in der Kupferstädter Altstadt abzusagen. „Auf Schlagzeugsoli müssen wir heute natürlich verzichten“, erklärte Bandleader Steiner, „aber mit dem nötigen Grund-Beat versorgt Walter uns auch einarmig.“ Ein wenig habe die Formation allerdings das Repertoire dieser Gegebenheit anpassen und auf manche Stücke verzichten müssen. Dennoch waren 25 abendfüllende Songs übriggeblieben.

In diesen zeigten „Harmonica Pete and the Blues Jukes“ eine große Bandbreite des Blues auf, indem sie Elemente von Soul, Swing, Rock, Boogie und Swamp Music in dem trotzdem immer traditionellen Blues gekonnt einfließen ließen. Während die Band zum Beispiel Little Walters „Blue Midnight“ als atmosphärisch dichtes Instrumentalstück nahezu verrucht intonierte, kamen die „Hollywood Girls“ der „James Harman Band“ als ebenso rauer Rock’n’Roll daher wie „Rock with me tonight“ von Kim Wilson. Weitere Blues-Klassiker von Bo Diddley, Muddy Waters, „T-Bone Walker“ oder „Sonny Boy Williamson“ kamen in der Altstadt sehr gut an, und auch „Hot Swamp Fever“, eine Eigenkomposition der „Blues Jukes“ wurde vom Publikum gefeiert.