Stolberg: Gutenberg-Schule: Ein Meisterwerk, von dem man träumen kann

Stolberg: Gutenberg-Schule: Ein Meisterwerk, von dem man träumen kann

Zum Abschluss des offiziellen Teils spielte die Schülerband „K-apiert” das Stück „Gekommen um zu Bleiben”, und das Publikum klatschte fast schon ausgelassen mit. Das mochte zwar auch an der Popularität des imitierten Songs von „Wir sind Helden” liegen.

In erster Linie aber brachten Musiker und Sänger in diesen Minuten die Begeisterung zum Ausdruck, die mit der symbolischen Einweihung der neuen Gutenberg-Schule am gestrigen Vormittag verbunden war und wohl auch noch lange verbunden sein wird. Denn dank einer Investition von rund 21 Millionen Euro hat der Landschaftsverband Rheinland (LVR) am Rhein-Nassau-Weg einen Bau der Superlative geschaffen, der mit seiner Passivbauweise nicht nur architektonisch und technisch auf den neusten Stand ist, sondern dank seiner Raumkonzeption und Ausstattung auch pädagogisch den Weg in die Zukunft weist.

Endgültig vorbei sind nun die Zeiten, in denen die Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache in den ebenso beengten wie sanierungsbedürftigen Räumen am Sperberweg sowie den zwischenzeitlich hinzugefügten sechs Pavillons untergebracht war. Diese Erkenntnis dürfte auch Wolfgang Röber sehr präsent gewesen sein, als er unter den Eindrücken der Anstrengungen des nun abgeschlossenen Umzugs in einer sehr emotionalen Ansprache seinen Kollegen dankte und die Freude auf die bevorstehende Arbeit im neuen Gebäude zum Ausdruck brachte.

Seit 25 Jahren leitet Röber die Gutenberg-Schule, die von 1987 bis 1991 im Schulzentrum in Aachen-Laurensberg angesiedelt war und dann an den Sperberweg umzog. Hier wiederum soll - nach umfangreicher Renovierung und Umbau - ein Teil von Stolbergs erster Gesamtschule untergebracht werden, mit deren Eröffnung zum Schuljahresbeginn 2012/13 gerechnet wird.

Von finanziellen Möglichkeiten, wie sie der LVR offenbar hat, kann der am Donnerstag erkrankt fehlende Bürgermeister Ferdi Gatzweiler nur träumen. Neben dem Passivhausstandard wurden in der neuen Gutenberg-Schule auch eine Photovoltaik- und eine thermische Solaranlage realisiert. Die Lüftungen sind mit einem Wärmerückgewinnungssystem ausgestattet, und Teile des Niederschlagswassers werden gesammelt und genutzt. Hinzu kommen dreifach verglaste Fenster und Türen sowie ein extrem gut gedämmtes Mauerwerk.

Der stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung, Lorenz Bahr, lobte in seiner Ansprache „die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit bei diesem Neubau” und sprach von „einem kleinen Meisterwerk”. Dieses besteht aus zwei parallel zum Hanggelände gestaffelten Riegeln, die über einen Gang mit angrenzendem Forum verbunden sind.

Neben 18 Klassen- und neun Gruppenräumen verfügt der Gebäudekomplex unter anderem über modernste Fachräume, einen Werkbereich, eine große Lehrküche sowie über eine eigene Mensa, die ab dem kommenden Schuljahr noch an Bedeutung gewinnen wird, wenn in der Gutenberg-Schule der gebundene Ganztagsbetrieb eingeführt werden soll. Nicht zuletzt verfügt die Sprachförderschule jetzt auch über eine eigene Turnhalle. „Bisher mussten wir in Kellerräumen improvisieren, jetzt haben wir völlig andere Möglichkeiten”, präsentierte die stellvertretende Schulleiterin Jutta Keimer-Müller beim Rundgang stolz die mit einer Zwischenwand teilbare Halle, die durch ein Ballspielfeld auf dem Dach ergänzt wird.

„Jede Schule sollte ein Ort zum Lernen und zum Leben sein”, hatte zuvor der stellvertretende Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck angemahnt. Die neue Gutenberg-Schule kann diesen Anspruch zweifellos erfüllen.