Stolberg-Zweifall: Grundschule Zweifall: Förderverein will gemeinnützige Gesellschaft gründen

Stolberg-Zweifall: Grundschule Zweifall: Förderverein will gemeinnützige Gesellschaft gründen

Die Rolle des Pioniers übernimmt sie gerne. „Wir waren schon immer ein bisschen schneller und weiter als die anderen”, stellt Andrea Prym-Bruck zufrieden fest.

Früh schon setzte der von ihr geführte Förderverein an der Grundschule in Zweifall auf außerschulische Angebote, noch vor dem Durchbruch für den offenen Ganztagsbetrieb gab es an der Schule eine Betreuung, und gerade erst in der vergangenen Woche ist mit der Einweihung des rund 700.000 Euro teuren Betreuungshauses der jüngste und bis dato größte Coup offiziell gewürdigt worden. Ehrgeizige Pläne gibt es auch für die Zukunft. Allerdings sollen diese in einen anderen Rahmen gestellt werden.

„Der Betreuungsbetrieb hat mittlerweile Ausmaße angenommen, die sich nicht mehr durch einen ehrenamtlichen Förderverein bewältigen lassen”, hat Prym-Bruck erkannt. Deshalb soll nun eine gemeinnützige Gesellschaft (gGmbH) gegründet werden, die nicht gewinnorientiert arbeitet, wohl aber mit einer hauptamtlichen Geschäftsführung ausgestattet wird.

„Das ist auch nötig, um die notwendige Transparenz und eine klare Trennung zwischen Förderverein und Betreuung zu schaffen”, so die Vorsitzende. Zudem spielen steuerliche Gründe eine Rolle. „Die Wirtschaftlichkeit des Projektes macht den Übergang vom eingetragenen Verein an eine gemeinnützige Gesellschaft erforderlich.” Für Stolberg wäre dieser Fall bisher einmalig - und möglicherweise auch richtungsweisend. Denn für Andrea Prym-Bruck steht fest: Eine Einrichtung wie die Betreuung kann man nicht mehr ehrenamtlich führen.”

Die Vorbereitungen in Zweifall sind weitgehend abgeschlossen, in den vergangenen zwei Wochen lag ein vorläufiger Vertrag zur Einsicht aus. „Er ist von Rechtsanwälten entworfen und geprüft worden”, betont Andrea Prym-Bruck. Und nicht nur aus juristischer Sicht, sondern auch mit Blick auf die Eltern sieht sie sich auf der sicheren und richtigen Seite. „Wir haben eine Befragung unter den Eltern durchgeführt und dabei einen überwältigenden Zuspruch geerntet.” Mehr als 100 Befürworter meldeten sich in diesem Rahmen zu Wort, lediglich in zwei Fällen habe es eine Nachfrage gegeben.

Nun sind es allerdings nicht die Eltern in ihrer Gesamtheit, sondern lediglich die Mitglieder des Fördervereins, die über die Gründung der gGmbH entscheiden werden. Und in ihre Richtung betont Andrea Prym-Bruck: „Nur in den neuen Strukturen sehe ich eine Möglichkeit, meine Arbeit für die Schule fortzuführen.”

Den Arbeitsaufwand schätzt sie auf „im Jahresdurchschnitt zwei Arbeitstage pro Woche”. Ein Problem, die hauptamtlichen Tätigkeiten in der Gesellschaft zu finanzieren, stellt sich für sie nicht. „Wir sind schon immer so verfahren, dass wir uns zuerst um das Geld bemüht und dann erst die Maßnahmen umgesetzt haben.” Außerdem sei die Geschäftsleitung nicht mit einem hohen Gehalt verbunden. Auch wenn Zahlen natürlich nicht genannt werden, versichert Andrea Prym-Bruck: „Das hält sich ohne Zweifel in einem überschaubaren Rahmen.”

Das gilt, und das betont sie immer wieder, für den Betreuungsbetrieb nicht. Zumal sich dieser nicht mehr nur auf die Schule beschränke, sondern zunehmend auch auf generationenübergreifende Projekte wie etwa den Mittagstisch für Senioren erstrecke. Das jüngste Vorhaben allerdings soll in erster Linie wieder Kindern zugute kommen: In Vicht wird in Kürze ein „Kindertreff” gegründet, der einmal pro Woche seine Türen öffnet. „Wir haben auch viele Kinder aus diesem Stadtteil an unserer Schule. Denen wollen wir noch mehr gerecht werden”, so Prym-Bruck.

Fällt die Abstimmung am Montag positiv aus, soll die Gesellschaft zum 1. August ihre Arbeit aufnehmen. Andrea Prym-Bruck zeigt sich im Vorfeld sehr zuversichtlich: „ Wenn wir den hohen Standard an unserer Schule halten und noch weiterentwickeln wollen, gibt es aus meiner Sicht keine andere Möglichkeit. Deshalb hoffe ich auf breite Zustimmung.”

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