Stolberg: Großer Schritt hin zum Contergan-Gedenken

Stolberg: Großer Schritt hin zum Contergan-Gedenken

Eine Gedenktafel für Contergan-Opfer in Stolberg errichten, das war die Intention von Johannes Igel. Der Contergan-Geschädigte, der im Hunsrück lebt, weilte am Mittwoch zum Gespräch bei Bürgermeister Ferdi Gatzweiler.

Nach der rund zweistündigen Unterhaltung unter sechs Augen, an der auch Igels Frau teilgenommen hat, könnte nun sogar deutlich mehr aus der Idee werden. Igel zumindest zeigte sich nach der Unterredung äußerst zufrieden: „Das war viel mehr, als ich während meiner Fahrt hierher erwartet hatte.”

Beeindruckt zeigte sich Bürgermeister Gatzweiler nach dem langen und intensiven Gespräch. „Ich habe anfangs viel gefragt”, gab der Bürgermeister anschließend zu Protokoll. „Man lebt in dieser Stadt und weiß, dass Contergan hier seinen Ursprung hatte. Aber in so einem Gespräch mit Betroffenen merkt man, dass man dennoch viele Wissenslücken hat.”

Weil es aber um mehr ging als Wissenslücken zu schließen, haben Igel und Gatzweiler auch konkrete Vereinbarungen getroffen. So ist mit diesem Treffen ein Prozess in Gang gesetzt worden, an dem sich, so Gatzweiler, jeder beteiligen kann, der daran ein Interesse hat. „Die Stadt Stolberg hat zwar keine Schuld an dieser Geschichte”, so Gatzweiler weiter, „aber es ist dennoch richtig, dass hier darauf hingewesen wird.” Als Ort haben die beiden den Zinkhütter Hof auserkoren, wie es schon die Mitglieder des Beschwerdeausschuss vorgeschlagen haben.

Dort soll aber nach dem Willen von Gatzweiler und Igel nicht einfach eine Gedentafel im Museum angebracht werden. Stattdessen schwebt Sebastian Wenzler - der Museumsleiter war von Gatzweiler mit der Thematik betraut worden - vor, in der Geschichtswerkstatt eine wissenschaftliche Darstellung zu installieren. „Eine solche fragt nicht nach Schuld und Sühne”, sagt Gatzweiler, „aber sie ist geeignet, vielen Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich mit dem Thema zu beschäftigen.”

Auf einen Zeitplan haben sich die beiden Gesprächspartner nicht verständigt, aber im Dezember will man wieder miteinander sprechen. Am Ende, so Gatzweiler, wird es ohnehin der Rat der Stadt sein, der darüber entscheidet.