Stolberg: Großer Einstieg in Windenergie wird zur Geduldsfrage

Stolberg: Großer Einstieg in Windenergie wird zur Geduldsfrage

Die Nachbargemeinde plant bereits im Laufenburger Wald zwischen Langerwehe und Schevenhütte einen Windpark. Im Süden schreiten die Vorbereitungen beim Nachbarn Langerwehe voran, und im Münsterwald im Grenzgebiet von Roetgen und Aachen laufen ebenfalls längst die Aktivitäten zum Einstieg in die regenerative Windenergie.

Mit ein wenig Zeitverzug hinkt die Kupferstadt bei diesem Thema der Nachbarschaft hinterher; und vor Ende 2014 ist kaum mit einer Bauleitplanung zu rechnen, die den Einstieg Stolbergs in die Windbranche ermöglichen soll. Ursache dafür ist der 2005 novellierte Flächennutzungsplan, der Konzentrationszonen für Windenergie auswies. Die einzige, die der Stadtrat vor acht Jahren auswies, war die Werther Heide, deren Potenzial mit den bestehenden drei Anlagen derzeit ausgereizt ist. Die Sorge vor einer „Zerspargelung“ der Landschaft durch Windräder war seinerzeit der Anlass, die Konzentrationszonen auf einen Standort zu konzentrieren.

Diese Art von Weitsicht macht der Stadt bei der heute beabsichtigten Ausweitung der energiepolitischen Aktivitäten entsprechenden Aufwand. Der Flächennutzungsplan muss wieder komplett überarbeitet werden. Dabei bietet die veränderte Gesetzgebung im Land der Stadt die Chance, neue Standorte finden zu können: In Waldgebieten ist die Errichtung von Windrädern mittlerweile gestattet.

Die Forstflächen vor allem im südlichen Stadtgebiet sind es auch, die nach einer ersten Vorprüfung durch die Verwaltung infrage kommen können. Genauere Standort-Potenziale sollen nun durch ein Gutachten geklärt werden, das der Vergabeausschuss in der kommenden Woche beauftragen soll. Etwa vier Monate werden für die Dauer der Untersuchungen kalkuliert.

Nach einem politischen Votum soll für die dann ausgewählten Areale die vorgeschriebene Artenschutzprüfung erfolgen; sie dauert eine komplette Vegetationsperiode, so dass Ergebnisse erst für Herbst 2014 zu erwarten sind. Parallel zu den Gutachten möchte die Verwaltung eigentums- und vertragsrechtliche Fragen, etwa zur Kostenübernahme und Betreibermodellen, klären. In erster Linie dürften die Standorte für Windenergieanlagen auf städtischen Forstflächen liegen.

(-jül-)
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