Stolberg-Mausbach: Großeinsatz: Dachstuhl des alten Bürgermeisteramts brennt aus

Stolberg-Mausbach: Großeinsatz: Dachstuhl des alten Bürgermeisteramts brennt aus

Die gute Nachricht ist, dass die beiden verletzten Feuerwehrleute wieder wohl auf sind. Sie waren bei den Löscharbeiten in der Nacht von herabfallenden Deckenteile getroffen worden und mussten ins Krankenhaus. Nach ambulanter Behandlung durften sie es wieder verlassen und traten gleich wieder ihren Dienst an.

Der Brand des Dachstuhls der früheren Gressenicher Bürgermeisterei im Mausbacher Ortskern ist der vierte Großeinsatz der Stolberger Feuerwehr, die seit Jahresbeginn zudem durch eine Vielzahl kleinerer und mittlerer Lagen auf Trab gehalten wird. Ist die Gestaltung des Neujahrskonzertes im Rahmen des 900. Stolberger Jubiläums durch den vereinseigenen Spielmannszug noch ein Highlight der Freude, so verlange die Sturmfronten Burglinde und Friederike sowie in der vergangenen Woche der Brand eines alten Fachwerkhauses an der Konrad-Adenauer-Straße in Büsbach sowie nun das Feuer in Mausbach dafür, dass nahezu alle Stolberger Feuerwehrleute in die Einsätze und zur Aufrechterhaltung der Grundversorgung eingebunden werden.

Dachgeschoss steht in Flammen

Gegen 23.30 Uhr wurde der Wehr ein Feuerschein im Bereich der Gressenicher Straße gemeldet. Neben Kräften der Hauptwache wird der vierte Zug mit den ehrenamtlichen Kräften aus Mausbach, Vicht und Zweifall alarmiert. Aber bereits auf der Anfahrt ist für die vom nahen Gerätehaus im „Hahn“ anrückende Löschgruppe ein üppiges Schadensfeuer erkennbar: Die Flammen schlagen bereits in voller Ausdehnung aus dem Dachgebälk der alten Bürgermeisterei. Sofort lässt Einsatzleiter Andreas Dovern die Alarmstufe verschärfen. Zusätzlich werden die Löschgruppen Gressenich / Schevenhütte und Werth in Marsch gesetzt und eine zweite Drehleiter in Eschweiler angefordert.

Jeweils mit C-Rohren wohl dosiert und gezielt von den beiden Drehleitern mit zusätzlich kombinierten Innenangriffen von Atemschutzträgern gingen in der Nacht rund 70 Feuerwehrleute gegen das verheerende Feuer vor. Um es in Griff zu bekommen und ein Übergreifen der Flammen auf Anbauten und Nachbarbebauung zu verhindern wurden vier Einsatzabschnitte gebildet. Vom großen Einsatzleitwagen aus wurde das Vorgehen der Kräfte in den unterschiedlichen Abschnitten koordiniert.

„Dank des hohen physischen Einsatzes aller Einsatzkräfte“, betont Feuerwehrsprecher Michael Konrads, „konnte mit dieser Taktik das Feuer auf das Dachgeschoss und das direkt darunter liegende zweite Obergeschoss begrenz werden.“ Eine Brandausbreitung auf das gesamte Gebäude sowie den angrenzenden mehrgeschossigen Anbau wurde verhindert.

Hilfe aus Eschweiler und Würselen

Zusätzlich machten Schnee und Minustemperaturen die Arbeit nicht leichter: Das Löschwasser gefror, machte Straße und Bürgersteig zu einer Eisfläche. Das Technische Betriebsamt wurde um Hilfe gebeten und sorgte mit Streusalz für eine sichere Arbeitsfläche. „Die Kollegen waren sehr schnell zur Stelle“, lobte Konrads.

Zudem unterstütze die Eschweiler Feuerwehr ihre Stolberger Kameraden erneut mit ihrem Versorgungscontainer, so dass die Einsatzkräfte bei Speis und Trank verschnaufen konnten. Und einmal mehr lernten die Helfer den Komfort der noch jungen, eigenen Komponente Logistik und Hygiene zu schätzen. Auf dem Parkplatz des ehemaligen Supermarktes wurde eigens ein Logistikstützpunkt mit Essen, Getränken und Toiletten eingerichtet. Zudem wurden zusätzliche Pressluftatmer mit dem städteregionalen Atemschutzwagen aus Würselen zugeführt.

Bei allem Engagement sollte es noch bis 5 Uhr dauern, bis das Feuer gelöscht war. Eine Brandwache verblieb noch bis in den Vormittag hinein vor Ort, um aufkeimende Glutnester ablöschen und lockere Dachziegel bergen zu können. Bereits in der Nacht mussten zwei vor dem Gebäude abgestellte Fahrzeuge abgeschleppt werden, da sie durch herabfallende Gebäudeteile hätten beschädigt werden können und sie den Löscharbeiten im Wege standen. Bis kurz vor Mittag dauerten Einsatz, Aufräumen und Abrücken der Einheiten an.

Statiker ist jetzt gefragt

Wie es mit dem Baudenkmal mit seinen Holzdecken weitergehen kann, müssen nun erst einmal Statiker untersuchen. Die Kriminalpolizei hat die Spurensicherung und Untersuchungen zur Klärung der Brandursache aufgenommen. Die Ermittlungen dauern noch an. Weitere Hinweise erbittet die Polizei unter Telefon 95770.

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