Stolberg: Große Virtuosität: Stefan Madrzak in der Finkenbergkirche

Stolberg: Große Virtuosität: Stefan Madrzak in der Finkenbergkirche

Nach dem gelungenen Auftaktkonzert mit dem Grenzlandzupforchester aus Aachen bestritt nun der an dem St. Patrokli-Dom in Soest tätige Kantor Stefan Madrzak das zweite Konzert des Internationalen Konzertzyklus auf dem Finkenberg.

Dass er in Stolberg nur vor einem kleinen Kreis interessierter Zuhörer musizierte, tat der Intensität seines Spiels indessen keinen Abbruch. Er hatte sich bei der Zusammenstellung des Programms im Wesentlichen für Choral-Bearbeitungen entschieden, die ihm Gelegenheit gaben die Klangmöglichkeiten der Finkenberg-Orgel zu demonstrieren. Stefan Madrzak präsentierte sich in guter Form mit bekannten und unbekannteren Werken von Johann Sebastian Bach, Georg Böhm und Johannes Brahms.

Aber auch seine Improvisationen zur Partita „Befiehl du deine Wege” und zum Thema „Wer nur den lieben Gott lässt walten” waren nicht weniger eindrucksvoll. Madrzak ließ mit kultivierten, spannungsreichen Deutungen aufhorchen. Mit sauberer Intonation, Virtuosität und differenzierter Feinmotorik ging er die einzelnen Sätze an, immer um dynamische Kontraste bemüht. Einen würdigen Abschluss gab es mit der berühmten „Toccata und Fuge d-Moll” aus Bachs frühem Schaffen. Das Werk ist wohl das mit Abstand bekannteste Orgelwerk europäischer Kunstmusik.

Die Komposition besteht aus einer Toccata, einem Vorspiel aus schnellen Läufgen und vollgriffigen Akkorden, und einer sich anschließenden vierstimmigen Fuge, die der Soester Kantor phantasievoll und ausdrucksstark spielte und somit die tonlichen Fähigkeiten seines Instrumentes voll ausreizte. Nach lang anhaltendem Beifall gab es als Zugabe noch das „Air” aus der Orchestersuite in D-Dur vom Großmeister des Barock, dem er eine sorgsam gestaltete und durchsichtige Interpretation verlieh.

Mehr von Aachener Nachrichten