Stolberg: Goethe-Erweiterung: „Warum dauert das alles so lange?”

Stolberg: Goethe-Erweiterung: „Warum dauert das alles so lange?”

Sorgen macht man sich am Goethe-Gymnasium nicht erst seit vergangenem Freitag. Doch spätestens an diesem Tag dürfte das Stirnrunzeln bei Stefanie Luczak größer geworden sein.

Die Schulleiterin des „Goethe” berichtete am Dienstag im Schulausschuss, der Aachener Architekt Klaus Bernardi habe bislang keinen Auftrag der Stadt erhalten, eine Vorplanung für die Erweiterung der Schule zu entwickeln. Und das, obwohl der Bau- und Vergabeausschuss diese Vergabe bereits am 15. Juli beschlossen hatte.

Warum es fünf Wochen dauern würde, bis ein solcher Auftrag verschickt wird, wollte CDU-Fraktionsvorsitzender Tim Grüttemeier von der Verwaltung wissen und warum sich das ganze Verfahren so lange hinziehe.

Luczak hatte nämlich zuvor noch einmal darauf hingewiesen, dass nach dem Ratsbeschluss im vergangenen Oktober, die Schule als gebundenes Ganztagsgymnasium vorzuschlagen, allen klar gewesen sei, dass dafür neuer Platz benötigt würde.

„Es sind neun wichtige Monate vergangen”, mahnte Luczak und appellierte an die Ausschussmitglieder: „Wir stehen gegenüber den Eltern im Wort. Unterstützen Sie uns, damit wir am 1. Februar 2011 unsere Mensa eröffnen können!”

„Wir haben nicht nur in eine Richtung gedacht”, erklärte Schuldezernent Dr. Wolfgang Zimdars die Dauer des Verfahrens. Man habe eben auch Alternativen betrachten müssen, zum Beispiel die bald frei werdende Gutenbergschule. Auch die Ermittlung der benötigten Sitzplazzahl in der Mensa sei schwierig gewesen.

Der Einschätzung Zimdars´, bis Ende 2010 die Maßnahme fertig stellen zu können, pflichtete Josef Braun bei: „Der Zeitplan kann eingehalten werden.”

Die Auskunft des Fachbereichsleiters, es sei den Ferien geschuldet, dass der Architektenauftrag so spät verschickt werde, kam zumindest bei der CDU jedoch ebenso schlecht an wie die Begründung, man habe die Form des Neubaus noch einmal im Verwaltungsvorstand diskutiert.

„Es war zu überlegen, ob wir die Rundbauskizzen des Architekten verfolgen oder die Planung eines schlichteren Zweckbaus in Auftrag geben”, so Braun. Tim Grüttemeier fand es „verwunderlich, wenn der Verwaltungsvorstand entscheidet, was für ein Gebäude da entsteht”.

Eins steht zumindest fest: Es wird - wie geplant - ein Solitärbau im Hang hin zur Walther-Dobbelmann-Straße mit 150 Mensaplätze und weiteren Räumen.

Sobald die erste Planung vorliegt, werde diese auch mit der Schulleitung abgestimmt, versprach Zimdars. Wirklich sicher, dass am 1. Februar in neuen Räumen gegessen wird, ist man sich am Goethe aber nicht.