Stolberg-Atsch: „Gleich und doch anders“: Dienstwohnung durch Granaten zerstört

Stolberg-Atsch : „Gleich und doch anders“: Dienstwohnung durch Granaten zerstört

In unserer 105. Folge der Serie „Gleich und doch anders“ geht es um die Würselener Straße. Das 1970 entstandene Vergleichsfoto zeigt ein Gebäude an dieser Straße. Granatsplitter und Projektileinschläge haben für schwere Schäden an der Fassade gesorgt.

Entstanden sind die Schäden im Zweiten Weltkrieg. Schließlich hatte die Atsch von September bis November 1944 im Frontgebiet gelegen. Amerikanische und deutsche Truppen hatten sich dort wochenlang erbittert bekämpft. Errichtet hatte man das Gebäude 1911. Architekt war Regierungsbaumeister Heinrich van Kann aus Aachen. Van Kann ist in Stolberg kein Unbekannter.

1895 hatte er an der Zweifaller Straße im Auftrage des Industriellen Heinrich Prym die Villa Loh errichtet. Weitaus bescheidener war aber die Ausführung des Gebäudes an der Würselener Straße. Als Dienstwohnung für einen in der „Chemischen Fabrik Rhenania“ beschäftigten Ingenieur sollte es auf zwei Etagen für adäquaten Wohnraum einer mehrköpfigen Familie sorgen. Das historische Foto zeigt das Gebäude kurz vor seinem Abriss. Im hinteren Bereich hatte man schon 1969 als Betonskelettbau ein terrassenartiges, viergeschossiges Wohnhaus errichtet.

Laut dem links abgebildeten Baustellenschild wurde die Baumaßnahme damals als „Terrassenwohnhausgruppe Stolberg-West“ bezeichnet und sollte aus 24 Eigentumswohnungen bestehen. Der Abschluss des in mehrere Abschnitte eingeteilten Projektes erfolgte im Spätherbst 1970. Zwischenzeitlich hatte man auch das am Straßenrand liegende Althaus beseitigt und dort für einen Neubau in Betonskelettbauweise gesorgt. Demnach entstand damals an der Würselener Straße eine architektonisch interessante Baugruppe, die von der herkömmlichen Bauweise abwich und für einen besonderen Charakter sorgte.