Gewerbepark Münsterbusch

Plateau der Kohlbusch-Halde : Eine Lärmschutzwand und neue Ampelphasen

Eine weitere Hürde genommen hat der Bebauungsplan, der das Plateau der Kohlbusch-Halde in einen Gewerbepark verwandeln soll. Bei Enthaltung der Grünen empfahl der Ausschuss für Stadtentwicklung dem am Dienstag tagenden Rat die Offenlage dieses vierten Änderung, so dass erneut Anregungen und Bedenken dazu geäußert werden können.

Insbesondere die Nachbarn an der Cockerillstraße haben solche Bedenken. Änderungen in der Planung konnten sie nicht restlos wegwischen. Lärm, Verkehr, Kanal, Beschädigungen und Wertverlust ihrer Immobilien werden ins Feld geführt. Letzterem hält die Stadt entgegen, dass bereits mit dem seit 1995 gültigen Bebauungsplan das Gelände der Stolberger Zink bebaut werden könnte. Die Änderung Planung stelle die Anwohner eher besser.

Um eventuelle Ersatzansprüche bei Schäden während der Entwicklung der Bergbau- und Industriebrache regeln zu können, bietet der Investor auf seine Kosten Beweissicherungsverfahren für die Häuser Cockerillstraße 87 bis 107 und Heinrichstraße 60 bis 64 an.

Während Anlieger darüber klagen, dass bei ihnen der Kanal überlaufe, kann das hydrologische Gutachten der Stadt keine Überlastung erkennen. Das Leitungsnetz könne das zusätzlich Abwasser aus dem Gewerbepark bewältigen. Der Anschluss soll unterhalb der Bebauung erfolgen; das Kanalgefälle führe zum Fettberg hin. Für das Niederschlagswasser soll ein 680 Kubikmeter fassendes Rückhaltebecken auf dem Gelände gebaut werden, das das Wasser gedrosselt an die Kanalisation abgebe. Nicht an den Kanal Cockerillstraße, sondern an die separate Leitung Mauer-/Heinrichstraße werde das neue Autohaus an der Kreuzung angeschlossen.

Linksabbiegerspur auf der L221

Laut Verkehrsgutachten würden  Cockerill- (L221) und Mauerstraße (K13) durch Gewerbepark, Zincoli-Gelände und geplantem Wohnpark nur unwesentlich beeinflusst. Erst mit dem Autobahnanschluss bei Eilendorf bestehe wirklich Handlungsbedarf. Zwingend erforderlich ist der Bau einer Linksabbiegerspur auf der L221 in den Gewerbepark. Empfohlen wird eine Optimierung der Ampelschaltungen, die spätestens bei steigendem Verkehrsaufkommen durch den Anschluss an die A44 erforderlich würde. Nun möchte die Stadt eine Optimierung kurzfristig erreichen, was Schleichverkehre über „Am langen Hein“ uninteressant werden lasse.

Gespräche mit Städteregion und Landesbetrieb laufen bereits. Mittelfristig wünscht sich Stolberg sich einen Kreisverkehr für die Kreuzung von L221 und K13. Um die Vorschriften des Lärmschutzes einhalten zu können, wird der Gewerbepark mittels Emissionskontingenten gegliedert. Dabei wird der auf den Quadratmeter bezogene mögliche Schallpegel so begrenzt, dass bei der bestehenden Wohnbebauung die Grenzwerte der TA Lärm eingehalten werden. Der gutachterliche Nachweis soll im jeweiligen Baugenehmigungsverfahren erfolgen.

Darüber hinaus soll „vorbeugend“, so die Stadt, der bestehende Wall zu einer sechs Meter hohen Lärmschutzanlage ausgebaut werden – durch Aufschüttung oder in Kombination mit einer Wand. Die Baugrenze im Gewerbegebiet liegt 29 bis 33 Meter von den Grundstückgrenzen bzw. 30 bis 80 Meter von den hinteren Gebäudekanten der Wohnbebauung an der Cockerillstraße entfernt.

Die Grünen hatten sich enthalten, weil die Altlast komplett versiegelt werden darf und somit Natur verschwindet. Der Umfang der Versiegelung wird von den Fachbehörden im Rahmen das Sanierunsvertrages mit dem Investor festgelegt und ist nicht Gegenstand der Bauleitplanung.