Gesamtschulen in Stolberg und Eschweiler wollen kooperieren

Kooperation : Gesamtschulen in Stolberg und Eschweiler wollen zusammenarbeiten

Die Gesamtschule auf der Liester in Stolberg und die der Waldschule in Eschweiler sollen in der Oberstufe ab kommenden Schuljahr zusammenarbeiten. Die Kooperation soll zunächst auf drei Jahre befristet werden.

Die Kupferstadt und die Indestadt rücken ein Stückchen zusammen. Zumindest zeitweise und punktuell. Die Oberstufen zweier jeweils städtischer Gesamtschule sollen ab dem kommenden Schuljahr kooperieren. Ziel ist es, zusätzliche Wahl- und Leistungskurse anbieten zu können. In Stolberg ist die Gesamtschule auf der Liester der Partner, in Eschweiler die Waldschule.

Erfolgreiche Erfahrungen

In zwei nahezu identischen Vorlagen befassen die beiden Stadtverwaltungen ihre Schulausschüsse mit dem Vorschlag aus den beiden Schulen: in Eschweiler am 21. und in Stolberg am 27. November. In beiden Kommunen ist die Kooperation im Oberstufenbereich nichts Neues. „In Eschweiler wird eine derartige Kooperation seit Jahren erfolgreich zwischen dem Städtischen Gymnasium und der Bischöflichen Liebfrauenschule praktiziert“, heißt es in der von Kämmerer Stefan Kaever gezeichneten Vorlage. Und „in der Kupferstadt Stolberg wird eine derartige Kooperation seit Jahren erfolgreich zwischen dem GoetheGymnasium und dem Ritzefeld-Gymnasium praktiziert“; schreibt Bürgermeister Patrick Haas in seine Vorlage.

Neu in der Schulgeschichte der beiden Städte ist, dass Gesamtschulen diese erfolgreiche Praxis adaptieren wollen. Die Initiative dazu ging von Helge Pipoh, dem Leiter der Gesamtschule auf der Liester, aus, der bei seiner Kollegin in der Waldschule, Petra Schönwald, damit offensichtlich offene Türen einrannte. Denn seitens beider Schulleitungen besteht „großes Interesse“ an einer solchen Kooperation, die mit der Jahrgangsstufe 12 im Schuljahr 2020/21 beginnen soll. Aktuell sieht es so aus, dass die Waldschule mit Chemie- und Pädagogikkursen das Angebot der Stolberger Gesamtschule erweitern, während die Gesamtschule Stolberg ein Leistungskurs-Angebot in Erdkunde und Physik für die Waldschule anbieten könne.

Zum Standort Walther-Dobbelmann-Straße der Gesamtschule auf der Liester würden die Schüler aus Eschweiler anreisen. Foto: Jürgen Lange

Für das laufende Schuljahr 2019/20 wird in Eschweiler bereits sichergestellt, Physik als Wahlfach in der Jahrgangsstufe 11 anzubieten und ebenfalls – wie bereits schon praktiziert – auch Erdkunde, damit in der Jahrgangsstufe 12 nahtlos abiturrelevante Leistungskurse in beiden Fächern eingerichtet werden können. Gleiches gilt für die Jahrgangsstufe 11 auf der Liester in den Fächern Chemie und Pädagogik.

Die beiden Schulen hätten bereits bilateral geklärt, die Kooperations-Kurse bevorzugt in die Eckzeiten zu legen – also damit den Unterricht zu beginnen oder zu beenden. Das bietet den Vorteil, dass die Schüler zu Beginn oder für die Heimfahrt den Bus und Bahn nutzen könnten. Es sei aber davon auszugehen, dass zweimal wöchentlich ein Shuttle – mit Hin- und Rückfahrt zwischen den beiden Schulen – eingesetzt werden müsse. Diese Fahrten müssen dann je zur Hälfte von den beteiligten Schulträgern finanziert werden. Die Verwaltungen erwarten einen Mehraufwand von rund 5500 Euro im Jahr pro Schulträger.

Shuttle-Bus erforderlich

Diese Kooperation soll erst einmal bis einschließlich des Schuljahres 2022/23 laufen. Denn ab dem Schuljahr 2023/24 wird der erste Oberstufenjahrgang der Kupferstädter Gesamtschule erwartet, die sich an den Standorten Mausbach und Breslauer Straße noch im Aufbau befindet.

„Vor diesem Hintergrund möchten wir die Möglichkeit der Entscheidung offenhalten“, so Patrick Haas weiter, „ob ab diesem Zeitpunkt die Kooperation mit der Gesamtschule in Eschweiler fortgeführt oder gegebenenfalls erweitert werden kann oder stadtinterne Kooperationen eingerichtet werden können“; so der Stolberger Bürgermeister.

Jedenfalls befürworten beide Stadtverwaltungen die auf zunächst drei Jahre befristete Kooperation, da sie ein deutlich größeres Wahlangebot an Leistungskursen in der Sekundarstufe II ermögliche. „Den Nachteil, zweimal in der Woche im Laufe des Tages den Schulstandort wechseln zu müssen“, halten die Verwaltungen „für zumutbar“.