Gespräche am Rande der NVR-Sitzung: „Geisterbahnsteig“ wird zu einem Thema

Gespräche am Rande der NVR-Sitzung : „Geisterbahnsteig“ wird zu einem Thema

Gesprächsthema Nummer eins am Rhein war am Freitag der Breiniger „Geisterbahnsteig“. Zumindest am Rande der Sitzung des Hauptausschusses des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland (NVR). Es gibt viele weitere Pläne für den Ausbau des Streckennetzes.

Nach unserer Berichterstattung über den Haltepunkt, der für die Regionalbahn 20 am Bahnübergang „Im Steg“ zwar geplant und bei den zuständigen Behörden beantragt ist, aber nicht gebaut werden soll, waren in der Euregiobahn-Szene die Telefone heiß gelaufen.

Der NVR findet im Fahrplan der Euregiobahn, die ab Dezember regelmäßig im Stundentakt den Breiniger Bahnhof mit der Stolberger Altstadt und weiter mit dem Hauptbahnhof verknüpfen soll, keinen zusätzlichen Spielraum für einen Halt am Rande der Schützheide. Selbst dann nicht, wenn die Euregiobahn-Strecken bis 2025 elektrifiziert sind. Der NVR befürchtet, dass ein Halt im Steg einen Anschluss von Walheim und Schmidthof konterkarieren könne.

„Über diese Interpretation haben die Vertreter unserer Region am Rande der Sitzung intensiv gesprochen“, berichtet Axel Wirtz. Der stellvertretende Städteregionsrat ist als langjähriges Beiratsmitglied der EVS nicht nur ein intimer Kenner der Euregiobahn und ist seit Gründung des NVR vor zehn Jahren Mitglied der Zwecksverbandsversammlung. „Aus regionaler Sicht kann es keine Lösung sein, an der Schützheide vorbeizufahren“, betont Wirtz. Zumindest mittelfristig müsse eine Lösung her. Schwer nachvollziehbar sei es für Nichteisenbahner, dass bei einem Stundentakt zwischen Breinig Bahnhof und Stolberg Altstadt die Zeit für einen Bedarfshalt fehle.

Zuversicht, dass Geisterbahnsteig ein echter Haltepunkt wird

Die räumliche Nähe von Schützheide und Breiniger Bahnhof mit einer Distanz von rund 500 Meter ist für den stellvertretenden Städteregionsrat kein Argument. „In den Innenstädten von Stolberg und Eschweiler bestehen Haltepunkte in wesentlich geringeren Entfernungen“, so Wirtz. Er glaubt, dass der NVR das Einzugsgebiet eines Haltepunktes an der Schützheide unterschätze. „Das ist nicht nur ein interessanter Haltepunkt für das Breiniger Neubaugebiet und sein Umfeld“, so Wirtz weiter, „sondern auch Breinigerberg und Büsbach rücken so näher an die Euregiobahn“. Zudem sei die Regionalbahn ein idealer Zubringer für das Breiniger Sportzentrum mit dem mitgliederstarken Spielverein als Mittelrheinligisten und seinen zahlreichen Jugendmannschaften. Wirtz zeigte sich zuversichtlich, dass absehbar aus dem „Geisterbahnsteig“ ein tatsächlicher Haltepunkt wird.

Zudem plant der NVR weitere Verbesserungen für die Euregiobahn bei Planungen zum Jahresfahrplan 2020: Dann soll die RB 20 samstags ist mit fünf zusätzlichen Fahrtenpaaren nach Stolberg-Altstadt und mit vier Fahrtenpaaren nach Weisweiler eine Verlängerung des 30-Minuten-Taktes bis zum Ladenschluss nach 20 Uhr sicherstellen. Mit der Verlängerung der in Langerwehe endenden Frühfahrt (5:36 Uhr) nach Düren (an 5:44 Uhr) und einer neuen Frühfahrt um 5:21 Uhr montags bis freitags ab Düren nach Weisweiler (an 5:31 Uhr) und weiter nach Stolberg sollen neue Anschlussverbindungen hergestellt werden.

Beim Regionalexpress RE 1 (Aachen – Stolberg – Köln – Düsseldorf – Hamm) soll zum Fahrplanwechsel Juni 2020 der neue Betreiber Abellio Rail GmbH mit den neuen RRX-Fahrzeugen und einer auf 800 Sitzplätze erweiterten Kapazität die bisherigen 6-Wagen-Dosto-Züge der DB Regio ersetzen. Neue Nachtverbindungen soll es zwischen Duisburg und Köln Flughafen geben. Beim RE 9 (Aachen – Stolberg – Köln – Siegen) wird im Fahrplanjahr 2019 eine abendliche Ausdehnung montags bis freitags mit der neuen Fahrt 21:47 Uhr ab Köln nach Aachen realisiert. Mit dem Fahrplan 2020 soll diese Fahrt auch an Wochenenden angeboten werden.

Thema waren zudem Verbesserungen im Öffentlichen Personennahverkehr, die mit einer verstärkten Förderung im Rahmen des Kohleausstiegs erhofft werden. Geplante und neue Projekte sollen schneller umgesetzt werden können. Einige davon sind der Ausbau des Euregiobahn-Netzes über den Anschluss Siersdorf nach Baesweiler über Puffendorf bis zum Jülicher Forschungszentrum sowie eine neue Regio-Tram von Baesweiler über Würselen bis in die Aachener Innenstadt, der Vollausbau mit Elektrifizierung der Bördebahn zwischen Düren und Euskirchen sowie der Eifelstrecke von Köln nach Euskirchen, der Lückenschluss zwischen Linnich und Baal.

Langfristig enthält der Nahverkehrsplan ein nördliches Überholgleis im Stolberger Hauptbahnhof, ,ein zweigleisiger Ausbau Herzogenrath – Heerlen und dreigleisiger Ausbau Aachen – Herzogenrath über Avantis und zudem eine Streckenverbindung von Aachen via Buschtunnel nach Moresnet und Montzen zur Führung des Güterverkehrs zwischen Antwerpen und Köln.

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