Stolberg-Atsch: „Gartencity” in der Kupferstadt

Stolberg-Atsch: „Gartencity” in der Kupferstadt

Als „Gartenstadt” wurde das Wohnprojekt bezeichnet, das zwischen Steinbach- und Würselener Straße liegend, von 1966 bis 1969 entstand. Vorgesehen war ein achtstöckiges Hochhaus, ein eingeschossiger Geschäftspavillon, eine aus drei Blöcken bestehende Wohngruppe sowie eine Reihenhaussiedlung, die insgesamt 30 Eigenheime umfassen sollte.

Bauträger des umfangreichen und aufwändigen Projektes war eine in Wiesbaden ansässige Firma, die sich „Wohnungsbaugesellschaft Stolberg, Würselener Straße” nannte.

Die Planung des aus unterschiedlichen Wohnhaustypen bestehenden Projektes hatte der in Krefeld beheimatete Architekt Bernhard Hahn übernommen.

Als erstes wurden die elf Eigenheime gebaut, die die Adresse „Am Wald 3 - 23” tragen. Für diese Bauten wurde der Grundstein im Dezember 1966 gelegt. Fünf Monate später entstanden die drei an der Würselener Straße liegenden, viergeschossigen Wohnblöcke. Inzwischen sind diese Gebäude in Eigentumswohnungen umgewandelt worden.

Im Juni 1967 wurde der Geschäftspavillon in Angriff genommen. Der Pavillon, der in den 80er Jahren Präsentationsfläche des Autohauses Rosemeyer wurde, war Ende der 1960er Jahre ein Standort, der heute im Gewerbegebiet Steinfurt beheimateten Firma „CAE”, die sich der Herstellung von Flugsimulatoren widmet. Das achtgeschossige Hochhaus entstand im Oktober 1967.

Im Dezember 1969 wurden die 18 Eigenheime errichtet, die postalisch als „Am Wald 2 - 36” bezeichnet werden.

Wohngebiet wird erschlossen

Diese Reihenhäuser hat allerdings nicht die „Wohnungsbaugesellschaft Stolberg, Würselener Straße” erstellt, sondern der in Krefeld ansässige Architekt Bernhard Hahn, der die Eigenheime nach der Fertigstellung verkaufte.

Um das Wohngebiet zu erschließen, hatte man zwischen Würselener- und Steinbachstraße eine neue Straße gebaut, die den Namen „Am Wald” erhielt.

Die „Gartenstadt” hatte Vorläuferbauten. Um 1900 war im Bereich zwischen Würselener- und Steinbachstraße eine aus vier Bauten bestehende kleine Siedlung entstanden, die dem als Kali-Chemie bezeichneten Unternehmen gehörte, das sich auf der Herstellung von Soda, Salzsäure und Chlorkalk spezialisiert hatte.

Die Kali-Chemie, deren Produktion 1945 eingestellt wurde, war 1850 gegründet worden. Die an der Würselener Straße liegende Werkssiedlung, die durch eine Stichstraße erschlossen war, die gleichfalls den Namen „Am Wald” trug, nutzte die Kali-Chemie zur Unterbringung ihrer Mitarbeiter. Als 1966 der Bau der „Gartenstadt” begann, wurden die der Kali-Chemie gehörenden Häuser beseitigt.