Zwar-Netzwerk für sieben Stolberger Ortsteile: Freizeit zwischen Arbeit und Ruhestand gestalten

Zwar-Netzwerk für sieben Stolberger Ortsteile : Freizeit zwischen Arbeit und Ruhestand gestalten

In sieben Stolberger Ortsteilen soll ein sogenanntes Zwar-Netzwerk entstehen. Das sind Gruppen, in denen sich Menschen ab 55 Jahren treffen und gemeinsam sinnvoll ihre Freizeit gestalten können.

Ein Zwar-Netzwerk ist eine Gruppe, die sich privat trifft und gemeinsam ihre Freizeit sinnvoll gestaltet – vereinfacht formuliert. Dabei steht Zwar für „Zwischen Arbeit und Ruhestand“. Deswegen richtet sich das Netzwerk an Personen ab 55 Jahren. So ein Netzwerk soll künftig auch in den Ortsteilen Werth, Gressenich, Schevenhütte, Mausbach, Vicht, Zweifall und Venwegen entstehen. Die Entscheidung darüber fällt die Politik. Bereits in seiner Sitzung Ende Juni stimmte der Ausschuss für Soziales und Generationengerechtigkeit nämlich der Einrichtung eines Zwar-Netzwerkes grundsätzlich zu.

In seiner Sitzung am kommenden Dienstag diskutiert der Ausschuss darüber erneut. Danach müssen auch Hauptausschuss und Rat ihr Okay geben. Das Ziel dieser Gruppen: Interessierte ab 55 in ihrem Ort zusammenzubringen. Neben Freizeitaktivitäten soll Unterstützung bei persönlichen und praktischen Problemen und bürgerliches Engagement im Vordergrund stehen. Dabei bleibt es den Gruppen selbst überlassen, ob sie etwa gemeinsame Kochabende veranstalten, ihre Hilfe in der Nachbarschaft anbieten oder nur gemeinsame Stunden verbringen. Vorgegebene Strukturen oder Hierarchien existieren dabei nicht.

Bei der Gründung eines Netzwerkes gibt es eine einjährige Starthilfe durch den Trägerverein „Zwischen Arbeit und Ruhestand“, der die Interessierten bei der Entwicklung der selbstorganisierten Strukturen unterstützt. Die Kommune soll dabei im Vorfeld Tagesseminare organisieren und Personen ab 55 Jahren zu einer Auftaktveranstaltung einladen.

Mit der Einrichtung gehen Kosten in Höhe von 7060 Euro einher, die, vorbehaltlich der Genehmigung des städteregionalen Haushaltes, hälftig auf die Städteregion Aachen und die Stadt Stolberg zukommen würden. Deswegen empfiehlt der Ausschuss für Soziales und Generationengerechtigkeit, dass die entsprechenden Mittel in Höhe von 3540 Euro in den städtischen Haushalt für das Jahr 2020 eingestellt werden.

Derzeit existieren in rund 70 NRW-Kommunen derartige Netzwerke, unter anderem in der Gemeinde Roetgen. Da die Landesförderung der bestehenden Zwar-Netzwerke durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW derzeit lediglich bis Ende des Jahres gesichert ist, soll die Einrichtung des Netzwerkes in den sieben Stolberger Ortsteilen nur dann weiter verfolgt werden, wenn im kommenden Jahr wieder eine Förderung möglich ist.

(cap)
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