Stolberg: Förderschule Talstraße: Stolberg wundert sich über Städteregion

Stolberg: Förderschule Talstraße: Stolberg wundert sich über Städteregion

Am Donnerstag tagte in Aachen der Städteregionstag. Willi Seyffarth war nicht eingeladen zu der Sitzung. Dabei hätte er doch einige konstruktive Beiträge leisten können zum weiteren Entscheidungsprozess.

Denn ein Punkt auf der Tagesordnung drehte sich vornehmlich um Stolberg und ganz konkret um die Förderschule Talstraße.

Sie soll nach einem einstimmigen Beschluss des Schulausschusses vom Mai 2010 den dritten Förderschwerpunkt „Sprache” zum Schuljahr 2011/12 erhalten.

Die Städteregion aber hat weiterhin Bedenken in diesem Punkt. Das hatte sie im Rahmen des von Stolberg angestoßenen Antragsverfahrens bei der Bezirksregierung in Köln auch in einer Stellungnahme zum Ausdruck gebracht. Dass große Teile der Vorbehalte aber offenbar immer noch nicht ausgeräumt sind, sorgt beim zuständigen Stolberger Fachbereichsleiter - vorsichtig ausgedrückt - für Verwunderung.

„Wir haben in Stolberg ein klares Votum der Politik. Und in ihrer Konferenz am 25. März haben auch die Leiter unserer Grundschulen sich für die Einrichtung des dritten Förderschwerpunktes ausgesprochen”, betont Willi Seyffarth. In ihrer Vorlage hatte die Städteregion noch Anderes behauptet. Und diesen Punkt zusammen mit fünf weiteren zu einer Mängelliste zusammengefasst.

Demnach fehle bis dato auch der erkennbare Wille an der Schule Talstraße, mit der Erich-Kästner-Förderschule der Städteregion in Eschweiler „vertrauensvoll und kooperativ” zusammenzuarbeiten. Diese wird seit Schuljahrsbeginn als offene Ganztagsschule geführt, wurde zuvor aufwändig und kostenintensiv aus- und umgebaut und hat - und das wiegt offenbar besonders schwer - ebenfalls den Förderschwerpunkt „Sprache”. Von der geforderten Zusammenarbeit will die Städteregion nunmehr abhängig machen, ob sie ihre negative Stellungnahme zurückziehen wird.

Doch auf ein solches „Spiel” will sich die Stadt Stolberg wohl nicht einlassen. „Wir haben einen Anspruch auf den dritten Schwerpunkt und auch einen erheblichen Bedarf. Und wir sind der zuständige Schulträger. Das sind Fakten, die auch die Städteregion zur Kenntnis nehmen sollte”, bringt Seyffarth wenig Verständnis für das Vorgehen der städteregionalen Kollegen auf.

Eine andere Sicht der Dinge hat er auch mit Blick auf die vermeintlich unzureichende Kooperationsbereitschaft der Schule Talstraße. „Wir arbeiten sehr wohl mit der Erich-Kästner-Schule zusammen. Allerdings nicht in dem Sinne, dass die Eschweiler Einrichtung gegenüber Stolberg eine übergeordnete Rolle einnimmt.”

Bei der Bezirksregierung will Willi Seyffarth durchaus positive Signale vernommen haben. Auch gesamtgesellschaftlich sieht der Fachbereichsleiter einen begrüßenswerten Trend. „Die Inklusion von Kindern mit Förderbedarf wird sich in Zukunft immer mehr durchsetzen. Und gerade im Bereich Sprache lässt sie sich sehr gut realisieren.”