Entwurf für den Büsbacher Markt: Fördermittel sind noch nicht in Sicht

Entwurf für den Büsbacher Markt : Fördermittel sind noch nicht in Sicht

Seit knapp 10 Jahren wird über die Aufwertung der Ortsmitte diskutiert. Der neue Entwurf für den Büsbacher Markt trifft auf Zustimmung, aber die Bürger äußern konstruktive Kritik und weitere Ergänzungen zur Aufwertung des Bereichs.

Ob diese Geschichte unendlich ist, bleibt abzuwarten, lang ist sie allemal, und ein Ende ist nicht wirklich abzusehen. Der Impuls, die Büsbacher Ortsmitte aufzuwerten, kam bereits im Jahr 2009 von den Bürgern.

Als zweiten Preis im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hatte Stolbergs größter Stadtteil eine Planungswerkstatt gewonnen, bei der die Bürger ein erstes Konzept zur Umgestaltung der Ortsmitte erarbeitet haben. Nach jahrelangem Stillstand wurde 2014 ein Vorentwurf präsentiert, bei dem die Bürger wieder mitredeten. Die Büsbacher ergänzten den Vorentwurf um Wünsche, feilten an Details und lehnten manche seltsam anmutende Vision der Planer ab.

Weitere fünf Jahre später begrüßte Paul Kirch, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt, nun zahlreiche Büsbacher zu einer Info-Veranstaltung im Bürgerhaus. Bei dieser stellten Bernd Kistermann und Jörg Veltrup vom Amt für Immobilienmanagement und Technische Infrastruktur nun die Entwurfsplanung des Aachener Ingenieurbüros Berg vor.

Wie es weitergeht, ist ungewiss

Bei dem Entwurf sind die bisherigen Anregungen der Bürger berücksichtigt worden, und dementsprechend nahmen die Anwesenden die Planung überwiegend positiv aus, äußerten aber in Details konstruktive Kritik und weitere Ergänzungen zur Aufwertung des Bereichs Büsbacher Markt. Diese würden in die konkrete Ausbauplanung einfließen, sagte Amtsleiter Kistermann, und „wie es dann weitergeht, ist leider ungewiss, denn Fördermittel zur Umsetzung der Planung sind derzeit nicht in Sicht“.

Zur Erklärung: Für Förderkulissen wie in anderen Stadtteilen ist Büsbach nicht ländlich genug, und Fördertöpfe wie für Kaiserplatz und Bastinsweiher beziehen sich auf innerstädtischen Raum, gelten also auch nicht für Büsbach. Die Stadtverwaltung suche weiterhin nach einem möglichen Förderszenario, wobei die bisherigen Planungen und der konkrete Kostenrahmen von 1,4 Millionen Euro hilfreich seien, meinte Kistermann. So mancher Anwesender bei dem Info-Abend wünschte sich wohl, dass vielleicht der Stadtrat angesichts der Planungen überlegen möge, die Umgestaltung der Büsbacher Ortsmitte auch ohne Fördergelder anzugehen.

Im Groben sieht der aktuelle Entwurf vor, dass Marktplatz und das Areal um das Bareschesser-Denkmal sowie der verbindende Teil der Straße Wilhelmbusch niveaugleich und einheitlich mit Großformatplatten gepflastert werden. Der Wilhelmbusch soll nur noch für Anlieger befahrbar sein und von Beginn an zur verkehrsberuhigten Spielstraße werden, auf der Schrittgeschwindigkeit gilt.

In Arbeitsgruppen bringen die Einwohner konstruktive Kritik und zusätzliche Anregungen in die Entwurfsplanung ein. Foto: Dirk Müller

Auf der Konrad-Adenauer-Straße soll am Markt Tempo 30 gelten, das Kreuz-Denkmal an der Eisdiele soll auf die gegenüberliegende Straßenseite zum Reisebüro versetzt werden. An beiden Seiten der Konrad-Adenauer-Straße sind Fahrradstreifen geplant, und Bäume sollen einen alleenartigen Charakter schaffen. Die Bäume am Marktplatz zum Wilhelmbusch hin sollen hingegen weichen – einer der Kritikpunkte, denn die meisten Anwesenden sprachen sich für den Erhalt dieser Bäume aus.

Kritisch gesehen wurde auch die Parkplatzbilanz: Laut Entwurf würden aus jetzt 50 Stellplätzen im Planungsbereich nach Umsetzung 43. Da der ein oder andere neu geplante Parkplatz als unpraktikabel bis unrealistisch angesehen wurde, befürchteten die Bürger den tatsächlichen Wegfall von mehr als sieben Stellplätzen. Besonders für den Erhalt der vier Parkplätze am Bareschesser-Denkmal – inklusive Behinderten- und Elternparkplatz – plädierten die meisten Büsbacher vehement und wollten nicht nachvollziehen, warum diese Stellplätze im Entwurf verschwunden sind.

Auch an der Eisdiele sollen laut Meinung der Anwesenden zwei Parkplätze mehr erhalten bleiben, als die Planung es vorsieht. Geht es nach den Bürgern, soll Tempo 30 nicht nur am Markt gelten, sondern bereits früher, nämlich ab der Einmündung Galmeistraße, wenn nicht sogar für die gesamte Konrad-Adenauer-Straße. Dem Entwurf „zum Opfer gefallen“ ist die Linksabbiegespur Richtung Bischofstraße, die die Büsbacher im Sinne des Verkehrsflusses – besonders im Berufsverkehr – behalten wollen. Die bisherige Querungshilfe auf der oberen Bischofstraße wiege Fußgänger in trügerischer Sicherheit, da sie von Autofahrern weitgehend ignoriert werde. Sie soll durch einen „echten Zebrastreifen“ samt Beschilderung ersetzt werden.

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