Stolberg: Flammen bekämpfen und Leben retten: Jugendfeuerwehr trainiert

Stolberg: Flammen bekämpfen und Leben retten: Jugendfeuerwehr trainiert

Dichter Rauch steigt aus der Produktionshalle der Firma Dirkra in Mausbach empor. Zwei Personen sind auf dem Dach gefangen. Eine Person liegt bewusstlos am Boden und ist in der Halle eingeschlossen. Mit Blaulicht und Martinshorn ist die Feuerwehr schnell vor Ort.

Zwei Löschgruppenfahrzeuge versuchen, der Flammen Herr zu werden. Mit einem dritten Einsatzwagen, dem Drehleiterfahrzeug, wird versucht, die auf dem Dach gefangenen Personen in Sicherheit zu bringen. Einige Feuerwehrleute dringen mit Atemschutzanzügen in die Halle ein, um die dritte Person zu bergen.

Was vorbei fahrende Fahrzeuge und Passanten nicht wissen: Der Rauch in der Halle ist herkömmlicher Disconebel und für Leib und Leben völlig ungefährlich. Die bewusstlose Person am Boden ist nur eine Gummipuppe, und selbst die vermeintlichen Dirkra Mitarbeiter auf dem Dach der Maschinenbaufirma sind gestandene Feuerwehrmänner.

Kurzum: Der Großbrand in Mausbach entpuppt sich zum Glück als eine reine Übung. Und auch die Tatsache, dass ein Großteil der Feuerwehrleute am Ort des Geschehens noch minderjährig ist und dem Jahrgang 92/93 der Jugendfeuerwehr angehört, ist kein Zufall.

Der Grund: Beim dritten Berufsfeuerwehrtag am Samstag probte die Jugendfeuerwehr den Ernstfall und schlüpfte für 24 Stunden in die Rolle der „großen” Feuerwehrmänner. Ein ganzer Tag in Alarmbereitschaft für die noch jungen Lebensretter mit Übungen, Unterrichtseinheiten, Schulungen und Einsatzszenarien, die möglichst realitätsnahen Feuerwehreinsätzen entsprechen.

Denn wenn auf der Dienststelle der Feuerwehr ein lauter Gong ertönt und sie zu einem Einsatz gerufen wird, kann es um Leben und Tod gehen. Jeder Schritt muss dann sitzen.

Auch die Einsatzorte stellen die Feuerwehr stets vor neue Herausforderungen. „Beim Berufsfeuerwehrtag lernen die Jugendlichen wie sie mit Einsatzplänen und den Feuerwehrdienstvorschriften umzugehen haben”, erklärt Jugendfeuerwehrwart Ralf Welsch von der Löschgruppe Mausbach.

„Wie werden die riesigen Feuerwehrschläuche verlegt? Wie verhalte ich mich an der Einsatzstelle?” - Das sind beim Berufsfeuerwehrtag nur zwei von vielen Fragen, mit denen sich die jungen Lebensretter der Jugendfeuerwehr auseinandersetzen. Erfahrene Kollegen stehen dem Feuerwehrnachwuchs am Einsatzort zur Seite, geben Tipps und helfen in Ausnahmefällen, wenn etwas gar nicht läuft. „Nach den Einsätzen, werden alle Übungen noch mal kritisch beleuchtet, um die Jugendlichen auch auf Fehler aufmerksam zu machen”, so Welsch.

Auch für die Maschinenbaufirma in Mausbach hat sich die Übung gelohnt. Peter Keller, Mitarbeiter von Dirkra und selbst Feuerwehrmann bei der Löschgruppe Mausbach zeigt sich zufrieden: „Auch für uns war das eine tolle Übung, denn wir konnten überprüfen wie die Kollegen auf einen vermeintlichen Brand reagieren.” Nachdem der fiktive Brand erfolgreich bekämpft ist, die Gummipuppe mit einer Trage geborgen und Ralf Welsch mit einem Kollegen mit der Drehleiter vom Dach befreit wurde, wird der Einsatzort wieder geräumt und für den Verkehr frei gemacht.

Auf dem Parkplatz der Firma zeugt schließlich nur noch die Wassermengen und letzte Rauchschwaden vom Großeinsatz der Jugendfeuerwehr. Es soll nicht ihr letzter Einsatz an diesem Tag gewesen sein, denn was sie nicht wissen: Noch zwei Mal wird ein Gong auf der Dienststelle ertönen. „Ein Verkehrsunfall mit einem brennenden Fahrzeug und eine Person, die zwischen einem Baum eingeklemmt ist”, verrät Ralf Welsch.

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