Feuerwehr Stolberg bekommt neues Einsatzleitsystem

Neues Einsatzleitsystem in Stolberg : Die Vorbereitungen bei der Feuerwehr sind fast abgeschlossen

Im Keller der Stolberger Feuerwache laufen die Vorbereitungen derzeit auf Hochtouren. Dort sitzt Markus Löbbecke. Welche Aufgabe der Hauptbrandmeister hat? Er kümmert sich um das neue Einsatzleitsystem.

Schließlich soll dieses ab Beginn des kommenden Jahres an den Start gehen. Doch bis dahin gibt es noch Einiges zu tun. Was sich hinter dem neuen System, das den Namen Cobra 4 trägt, verbirgt? Höchstens 60 Sekunden sollen vom Notruf bis zur Alarmierung vergehen. Welche Einheiten mit wie vielen Wagen bei welchem Stichwort ausrücken, muss vorab programmiert werden. Und genau an dieser Stelle kommt Markus Löbbecke ins Spiel.

In Tagesdienst versetzt

Zum 1. Januar 2017 wurde er aus dem Schichtdienst in den Tagesdienst versetzt, damit er sich um Cobra 4 und die dazugehörige Hard- und Software kümmern kann. Seit rund 15 Jahren arbeitet die Stolberger Feuerwache mit dem Vorgänger – Cobra 3. Das System sei jedoch ordentlich „in die Jahre gekommen“, sagt Feuerwehr-Sprecher Michael Konrads. Eine Umstellung sei unvermeidbar gewesen. Denn: Das Einsatzleitsystem spielt nicht nur innerhalb Stolbergs eine besonders wichtige Rolle, sondern auch in der Kommunikation auf städteregionaler Ebene.

Die gemeinsame Leitstelle der Städteregion ist der Stolberger Einsatzzentrale übergeordnet. Und da die Städteregion bereits Cobra 4 nutzt, musste nun auch die Stolberger Wehr nachrüsten, um auf dem neusten technischen Stand zu sein.

Nicht zuletzt der Landesgesetzgeber verpflichtete die Stadt, ihr Einsatzleitsystem mit dem der Leitstelle der Städteregion zu koppeln. Schließlich könne man auf diese Weise zeitgleich Kenntnisse über die eingehenden Notrufe, deren Abfragen und die örtliche und qualitative Verfügbarkeit von Einsatzmitteln und Personal erlangen und diese so gewährleisten. Hinzu kommt, dass Cobra 3 nicht für das neue System geeignet ist. „Das ging mit Hardware und Software nicht einher“, sagt er.

Aus diesen Gründen musste ein neues System her. Die Einarbeitung war allerdings ganz schön umfangreich, wie Markus Löbbecke berichtet. Zunächst stand die Datenpflege im Vordergrund. So musste beispielsweise die aktuelle Alarm- und Ausrückeordnung integriert werden. Was das bedeutet? Wird zum Beispiel ein Kellerbrand gemeldet, muss feststehen, welche Einheit mit welchen Wagen und welchen Gerätschaften dazu ausrückt. Ist ein Wagen in Reparatur muss zudem angegeben sein, welches Ersatzfahrzeug in diesem Fall nachrückt. Außerdem mussten auch alle Straßen und Häuser im System erfasst werden.

14 Wachen eingepflegt

Natürlich beschränkt sich das System nicht nur auf das Ausrücken der Hauptwache, sondern alle 14 Wachen in Stolberg mussten eingepflegt werden. Heißt im Klartext: Brennt es beispielsweise in Dorff, der Wagen der Löschgruppe ist aber nicht verfügbar, muss die Löschgruppe aus Venwegen ausrücken. Auch das muss vorab alles entsprechend programmiert sein, damit es beispielsweise nicht zu Verzögerungen kommt.

Nötig waren dafür auch ein neuer Stichwortkatalog und auch die Einprogrammierung der automatischen Notfallsysteme. Schließlich ist es mittlerweile keine Seltenheit mehr – und bei Neuwagen sogar vorgeschrieben – dass diese bei einem Unfall einen Notruf an die Feuerwehr absetzen und so ihren Standort und die Anzahl der Personen durchgeben.

Bevor Cobra 4 zu Beginn des kommenden Jahres schließlich scharf gestellt werden soll, müssen erst alle Einsatzbeamten aus der Einsatzzentrale – also rund 60 Personen – entsprechend geschult werden. Dafür wird Löbbeckes Arbeitsplatz im Nebenraum dubliziert. Die Umschulung dauert eine Woche pro Person. Ist dies abgeschlossen, ist die Stolberger Feuerwehr auch in Sachen Alarmierung im 21. Jahrhundert angekommen.

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