Stolberg: Fettdonnerstag: Jugendbus fährt karnevalistische Treffpunkte vor Ort an

Stolberg : Fettdonnerstag: Jugendbus fährt karnevalistische Treffpunkte vor Ort an

Karneval, das ist ein fröhliches Brauchtum, in dem soziale Grenzen verschwimmen, normale Bürger zu närrischen Herrschern erkoren werden und der Gesellschaft auch gerne mal der Spiegel vorgehalten wird. Die Kehrseite dieses bunten Treibens sind allerdings auch ausschweifende Feiern und ein erhöhter Alkoholkonsum.

Um vor den negativen Folgen zu schützen, hat das Jugendamt der Stadt Stolberg auch in diesem Jahr wieder ein breitgefächertes Maßnahmenpaket geschnürt. Bis zum Beginn der tollen Tage informieren Teams aus Mitarbeitern des Jugendamtes, des Ordnungsamtes und der Polizei Verkaufsstellen wie beispielsweise Supermärkte, Kioske und Gaststätten und sensibilisieren für die Einhaltung des Jugendschutzes.

„Alkoholverkauf an Jugendliche ist kein Kavaliersdelikt“, weiß Josef Offergeld vom Stolberger Jugendamt. „Wer Schnaps an 15-Jährige verkauft, der macht sich strafbar!“. Für Geschäfte, die darauf aufmerksam machen wollen, dass Minderjährige bei ihnen keine Alkoholika kaufen können, haben die Teams deswegen entsprechende Sticker mitgebracht, die diese an ihren Schaufenstern anbringen können.

Dass man auch ohne Alkohol fröhlich feiern kann, das beweist am Fettdonnerstag, 8. Februar, ab 11.11 Uhr die alkoholfreie Party im Jugendzentrum Westside, zu der rund 220 Jugendliche erwartet werden. Bereits seit über zehn Jahren gibt es dieses Angebot, und die Erfahrungen sind dabei durchweg positiv. Primäres Ziel ist es, den Jugendlichen eine stimmige Alternative zum Kneipen- und Straßenkarneval zu bieten.

Angesagte Musik, in Verbindung mit moderaten Getränke- und Speisepreisen werden in jugendgerechter Atmosphäre dargeboten. Geschultert wird die Veranstaltung maßgeblich vom Team der kommunalen Jugendeinrichtung Westside und dem Kooperationspartner Kupferstädter Gesamtschule. Ermöglicht wird die alkoholfreie Karnevalsfeier durch Unterstützung der Sparkasse Aachen.

Dass die Maßnahmen erfolgreich sind, bestätigt auch Hans-Peter Sperber als Leiter der für Stolberg zuständigen Polizeiinspektion 2: „Das Engagement der Verwaltung geht in Stolberg weit über das normale Maß hinaus. Insgesamt ist die Lage zu Karneval in Stolberg bis auf wenige Ausnahmen ruhig, und das ist mit Sicherheit auch ein Verdienst der präventiven Maßnahmen, die wir als Polizei gerne unterstützen.“

Doch nicht nur im Vorfeld ist das Jugendamt aktiv, sondern auch in den Abendstunden. Am Fettdonnerstag ist deswegen auch der Jugendbus des Jugendamtes im Einsatz und zwar dort, wo die Jugendlichen feiern, insbesondere in den Festzelten in Mausbach und in Zweifall. „Hier zeigt sich die Stärke unserer mobilen Jugendarbeit“, meint hierzu Josef Offergeld.

„Wir können dahin, wo die Jugend ist und müssen nicht warten, bis die Jugendlichen zu uns kommen.“ Auch Hermann Mohnen, der mobile Jugendarbeiter zieht ein positives Resümee aus den Erfahrungen der Vorjahre. „Toll ist besonders die Unterstützung der Vereine in den Ortsteilen. Wir arbeiten Hand in Hand und schaffen es so, sichere Anlaufstellen für Jugendliche zu schaffen und ein friedliches Karnevalsfest zu ermöglichen.“

Präsenz vor Ort

Zielgruppe des Jugendbusses sind Jugendliche von zwölf bis 21 Jahren, die in Stolberg Karneval feiern. Das Jugendamt zeigt mit seinem Angebot Präsenz im Stolberger Karneval und dient als Ansprechpartner und Anlaufstelle. Im Rahmen des Einsatzes bietet das Jugendamt präventiv und niedrigschwellig Angebote im Kontext der Suchtberatung an.

Neben dem Beratungsangebot kommen die Rauschbrillen der Suchtberatung Eschweiler, mit denen sich verschiede Rauschzustände simulieren lassen, spielerisch zum Einsatz. Als Belohnung winken sogenannte „Gift-Bags“, die zum Beispiel Traubenzucker, Kondome und Infomaterialien zum Thema Alkohol enthalten werden.

Unter dem Motto „Stolberg - Mer stonn zesamme“ sind Jugendliche dazu aufgerufen gemäß dem Motto zu handeln und auf ihre Freunde Acht zu geben und die Jüngeren unter ihnen im Auge zu behalten. Der Jugendbus steht jugendlichen Karnevalisten nicht nur zum Aufwärmen und Quatschen zur Verfügung: warme Getränke und kleine Snacks werden kostenlos ausgegeben. In Notfällen steht das Team des Jugendbusses in enger Verbindung mit Polizei, DRK und Feuerwehr.