Partei und Fraktion beraten über Aufnahme: Ex-Linke Anita Jilk möchte zurück in die SPD

Partei und Fraktion beraten über Aufnahme : Ex-Linke Anita Jilk möchte zurück in die SPD

Sie sorgte für den politischen Aufreger zum Jahresauftakt: Anita Jilk zeigte ihrer Partei „Die Linke“ und ihrer neu gewonnen Fraktionskollegin Gabi Halili die kalte Schulter. Kaum ist die 64-jährige als Nachrückerin für den verstorbenen Mathias Prußeit als Ratsmitglied vereidigt, tritt sie aus ihrer Ratsfraktion und Partei aus, um als Einzelmitglied dem Rat weiterhin anzugehören. Nun möchte Jilk ihre politische Einsamkeit beenden: Die Atscher Gastronomin hat einen Aufnahmeantrag bei der SPD eingereicht.

Im Stolberger Stadtverband ist der Ortsverein zuständig für die Aufnahme neuer Genossen, wie Arndt Kohn, kommissarischer Vorsitzender der SPD Stolberg und neu gewählter Vorsitzender des zuständigen Ortsvereins Nord-Süd, auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. Der Wunsch von Anita Jilk werde der Ortsvereins-Vorstand auf seiner nächsten Sitzung Ende Juli thematisieren.

Die Ratsfraktion der SPD berät bereits auf ihrer turnusmäßigen Sitzung am Montag über die Aufnahme von Anita Jilk, wie Vorstandsmitglied Peter Jussen auf Anfrage bestätigte. Bislang gehören der Fraktion die 14 SPD-Ratsmitglieder an.

Anita Jilk war bereits eingeschriebenes Mitglied der SPD ohne Ämter innegehabt zu haben – bis der damalige Sozialdemokrat Mathias Prußeit 2008 den Stolberger Ortsverband der Linken ins Leben rief. Anita Jilk wurde Gründungsmitglied und zugleich Vorstandssprecherin.

Übrigens gemeinsam mit Toni Grendel, der seinerzeit ebenfalls der SPD zeitweise den Rücken gekehrt hatte und heute wieder – ebenso wie von 1999 bis 2001 – die Genossen als Mitglied im Stadtrat vertritt.

„Das war eine sehr persönliche Entscheidung“, sagte Jilk rückblickend zum Parteiwechsel. Sie verband eine tiefe Freundschaft mit Prußeit, war seinerzeit mit ihrem Restaurant Mieterin in dessen Liegenschaft an der Friedhofstraße.

von 2009 bis 2014 gehörte Anita Jilk der zweiköpfigen Ratsfraktion der Linken an, und rückte von Platz drei der Reserveliste in diesem Januar für Prußeit in den Rat nach. Aber mit ihrer damaligen Fraktionskollegin Gabi Halili stimmte die Chemie nicht, und „die Linke ist keine Heimat mehr für mich“, erklärte sie im Januar. Mit ihrem kompletten Rückzug von den Linken beendete Jilk den Fraktionsstatus und die damit verbundenen Privilegien: Gabi Halili ist seitdem Einzelratsmitglied.