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Euregio zeichnet Schüler und Studenten für ihre Kurzgeschichten aus

Ausgezeichnet : Schriftsteller-Nachwuchs in der Euregio

Euregio Kultur zeichnet Schüler und Studenten für ihre Kurzgeschichten aus. Poetische Sprache begeistert Jury aus Belgien, Niederlanden und Deutschland.

Manch einer meint, die Jugend „daddele“ nur noch am Smartphone. In der Euregio trifft das allerdings keineswegs zu. Der Verein Euregio Kultur hat in der Aula Carolina neun junge Menschen aus den Regionen Aachen, Limburg und Ostbelgien für ihre Kurzgeschichten im Wettbewerb „NXT-TXT“ ausgezeichnet.

„Schnörkellose Erzählprosa und musikalische Sprache“ haben die Schüler abgeliefert, so die Jury, besetzt mit Hochschullehrern aus Lüttich, Maastricht und Aachen. Wie wichtig die kulturelle grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist, betont Prof. Dr. Christiane Vaeßen, Honorarkonsulin der Niederlande. „Wir leben in der Euregio so eng zusammen. In Köln weiß man schon nicht mehr, was daran das Besondere ist, aber wir wissen das ganz genau.“

Die Jugend sei eben nicht verdrossen sondern engagiere sich für die Zukunft der Umwelt und beteilige sich sehr rege an Wettbewerben wie „NXT-TXT“. Vaeßen macht sich mit Blick auf die Jugend keine Sorgen um die Zukunft. Denn Schriftsteller sein, das ist immer noch ein Traum für junge Menschen. Dass es auch harte Arbeit sein kann und manchmal sogar etwas quält, davon haben in der Aula Carolina die Gewinner des Wettbewerbs „NXT TXT“ erzählt.

„Ich habe schon immer geschrieben und mache auch selbst Poetry Slam“ sagt Paul Bank aus Stolberg. Sein Gewinnertext ist eine Vater-Sohn-Geschichte, die in einem besonders kalten Winter spielt. Paul Bank ist es schwergefallen, seinen Text freizugeben. Er arbeitet lange an seinen Texten, verändert immer wieder Passagen. Diesmal musste er ein Ende finden und seine Geschichte zur Jury schicken.

Paul Bank hat in der Kategorie der deutschen Texte gewonnen. Gewinnerin im französischen Wettbewerb ist Clara Ghuysen aus Lüttich. Die Jury hat ihren kraftvollen Text gelobt, der an eine Fabel erinnert. Den ersten Preis für einen niederländischen Text erhält Jordan Doornbos aus Landgraaf. Sie alle freuen sich nun auf ihre erste Veröffentlichung.

Alle Texte der Gewinner erscheinen demnächst in einem Sammelband auf deutsch, französisch und niederländisch. So früh in einer Schriftstellerlaufbahn schon übersetzt zu werden, ist für die jungen Menschen etwas besonderes. Der Jury ist aufgefallen, wie vielfältig die Sprache und Geschichten sind. Viele erzählen von der Suche nach der Bedeutung des Lebens, der Suche nach Glück. Andere erzählen tragische Biographien, geben etwa Einblick in das Leben einer Familie, die ein Kind verliert.

Diese jungen Menschen machen sich eindeutig Gedanken über das Leben und haben die Zukunft dabei klar im Blick. Paul Bank, Schüler am Goethe-Gymnasium in Stolberg, möchte nach dem Abitur Germanistik studieren. „Journalismus, das kann ich mir gut vorstellen. Mal sehen.“