Stolberg: Euregio-Railport: Mehr Platz für den Umschlag von Schiene auf Straße

Stolberg : Euregio-Railport: Mehr Platz für den Umschlag von Schiene auf Straße

Die nächsten Ergebnisse der Machbarkeitsstudie der Innovationsregion Rheinisches Revier zum Stolberger Euregio-Railport und dem Industriedrehkreuz in Weisweiler sollen am 21. März im Rahmen eines dritten Workshops am „Indemann“ in der Gemeinde Inden konkretisiert werden.

Derweil ist im Bezirk V des Stolberger Güterbahnhofs schon ein erster Ausbau der Infrastruktur angelaufen — wenn auch erst im bescheidenen Rahmen.

Die Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) erweitert quasi den „Bahnsteig“. Genauer gesagt die Fläche neben den Gleisen, um die Entladung der Güterwaggons optimieren zu können. „Bisher steht für den Umschlag eine Länge von knapp 280 Meter zur Verfügung“, sagt Thomas Fürpeil. Bislang gab das Gelände nicht mehr Gleisfront her, erklärt der EVS-Geschäftsführer. Eine mit Buschwerk bestandene Anschüttung entlang der Haldenrandstraße blockierte bislang den Zugang zum Schienenstrang. Die Bäume sind mittlerweile gerodet, der Hang ist weitgehend abgetragen, Restarbeiten folgen noch. „Dann haben wir auf einer Länge von 450 Meter Zugang zum Gleis“, so Fürpeil.

Im Bezirk V erfolgt bereits ein erheblicher Umschlag von Gütern. Beispielsweise von Stahl für das Eschweiler Röhrenwerk. Und auch von Holz. Über 100.000 Festmeter hatte allein das Sägewerk von Rolf Eigelshoven in Euchen nach einem lokalen Sturm im Landkreis Freyung-Grafenau aufgekauft. Angeliefert wurden die Stämme per Zug nach Stolberg und dort auf Lkw umgeladen.

Für den Rückbau von Eisenbahninfrastruktur im belgischen Montzen wird in Stolberg das Material konfektioniert und zur Wiederverwertung weiter transportiert. Kali-Lieferungen für landwirtschaftliche Genossenschaften, Kupfer, Erze, Stahl: Weit über 1,5 Tonnen Güter werden bereits heute auf den Anlagen der EVS umgeschlagen — mit steigender Tendenz und mit wachsendem Interesse aufseiten der regionalen Unternehmen.

Hinter den Kulissen laufen bereits Gespräche zur Ausweitung der Aktivitäten und zum Ausbau des Stolberger Hauptbahnhofes als Euregio-Railport. Bei der Vorstellung der bisherigen Ergebnisse der Machbarkeitsstudie im Dezember waren dem Stolberger Projekt gute Potenziale bescheinigt worden, sich als Hinterlandterminal der Nordseehäfen zu etablieren. Stolberg biete sich mit seinem großflächigen Güterbahnhof an der Hauptschienenstrecke zum Rhein dazu an.

(-jül-)
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