Stolberg-Mausbach: Eßer fürchtet um Sicherheit ihrer Schüler

Stolberg-Mausbach: Eßer fürchtet um Sicherheit ihrer Schüler

Das aus ihrer Sicht gravierendste Problem schickt Charlotte Eßer voraus: „Die Sicherheit unserer Schüler ist gefährdet”, sagt die Leiterin der Realschule Mausbach, und Peter Nießen nickt zustimmend.

„Ich beginne meinen Dienst um 7 Uhr morgens, und ab 7.30 Uhr kommen die Schüler aufs Gelände. Aber um die Scherben und den anderen Unrat nur beiseite zu kehren, benötige ich mit der Maschine gut zwei Stunden. Bis der große Schulhof richtig sauber ist, sind drei Stunden vergangen”, beschreibt der Hausmeister. Das Schulgelände im Hahn sei leider ein beliebter Treffpunkt von zwei bis drei Gruppen Jugendlicher, die in den späten Abendstunden regelmäßig Müll und zerbrochene Getränkeflaschen hinterlassen würden.

Mindestens, denn allein im vergangenen Jahr zählte der Hausmeister zudem 22 Sachbeschädigungen. Fensterscheiben wurden eingeschlagen, Fassadenplatten mutwillig zerstört, Türen eingetreten, Bänke beschädigt, Wände beschmiert, Müllcontainer umgeworfen und der Inhalt in Brand gesetzt. „Abends habe ich versucht, im Gespräch an die Vernunft der jungen Leute zu appellieren. Das hatte aber immer nur für ein, zwei Wochen einen Effekt, danach ging das Chaos wieder los. Es ist wie ein Kampf gegen Windmühlen”, resigniert Nießen.

Die Bemühungen, die künftig letzte verbliebene Realschule Stolbergs nicht nur als zweckmäßiges Lernumfeld, sondern auch als attraktiven Lebensraum zu gestalten, würden sich daher auf das Gebäudeinnere beschränken müssen, bedauert Eßer. Für die Schüler sei die Vermüllung und der Vandalismus des Geländes gefährlich und auch frustrierend, ergänzt Konrektor Jürgen Momma: „Unsere Schüler wollen ein schönes Umfeld, sie versuchen, den Schulhof selbst sauber zu halten, und gehen pfleglich mit dem Gebäude und dem Außenbereich um. Wenn sie dann morgens sehen, was am Abend zuvor wieder angerichtet wurde, ist das natürlich schon sehr enttäuschend.”

Die Verletzungsgefahr durch kaputte Scheiben, demolierte Gebäudeteile und zerbrochene Flaschen sowie der negativ-pädagogische Effekt könnten eigentlich leicht abgestellt werden, meint Eßer: „Unsere Schüler, ihre Eltern und das Lehrerkollegium sind sich einig, dass eine lückenlose Umzäunung des Schulgeländes die Probleme lösen werden”. Beistand bekommt die Realschule Mausbach nun vom SPD-Ortsverein Stolberg-Süd. Der Vorsitzende Peter Jussen weiß genau um die Problematik des Areals, da er in seinem Beruf als Polizeibeamter oft genug mit dem Vandalismus auf dem Schulhof in Kontakt kommt.

„In Zukunft Geld sparen”

Vom Hochbauamt ließ der Ratsherr sich die Schäden beziffern. „In den letzten 20 Monaten mussten 15.000 Euro aufgewendet werden, um die Sachbeschädigungen zu beseitigen”, berichtet Jussen. Der SPD-OV stellte jüngst beim Bürgermeister den Antrag, das Schulgelände mit einer Zaunanlage und Toren zu versehen, damit dieses Geld in Zukunft gespart werden könne. „Rein wirtschaftlich würde die Umzäunung sich innerhalb von zwei Jahren rechnen und im schon im dritten Jahr den kommunalen Haushalt entlasten”, führt Jussen aus.

Die Beispiele anderer, mittlerweile umzäunter Schulen sprächen für sich: „An der benachbarten Mausbacher Grundschule sind in den vergangenen zwei Jahren nur noch 600 Euro zur Behebung von Sachbeschädigungen angefallen. Seit der Umzäunung gibt es an der Gressenicher Grundschule keine Schäden mehr durch Vandalismus.”

Teile des Realschulgeländes seien bereits mit noch nutzlosen Zaunstücken versehen, die an den Seiten umgangen werden können, da sie nirgendwo anschließen. Diese bereits getätigte Investition würde durch eine komplette Umzäunung doch noch einen Sinn erhalten, sagt Jussen.

Schulleiterin Charlotte Eßer pflichtet ihm bei und betont, dass der Schulhof der Realschule trotz des gewünschten Zauns weiterhin Mausbacher Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stehen könnte: „Für den Besuch des Jugendbusses beispielsweise kann der Schulhof selbstverständlich geöffnet werden. Nach dem Schulbetrieb, also circa ab 16.30 Uhr, und in den Ferienzeiten kann es ebenfalls möglich sein, unter Aufsicht etwa das Basketballfeld oder die Tischtennisplatten zu nutzen. Mitarbeiter des Jugendamtes oder freiwillige Eltern oder Anwohner könnten dann nach dem Rechten sehen.”