Stolberg: Es blitzt etwa zehn Mal am Tag an Burg- und Vogelsangstraße

Stolberg : Es blitzt etwa zehn Mal am Tag an Burg- und Vogelsangstraße

Der Unterschied ist drastisch. Das sagen Anwohner der Burgstraße. Jene Gasse in der Stolberger Altstadt ist drei Jahrzehnte lang eine Hauptstraße geblieben, obwohl als neue Kreisstraße 6 der Burgholzer Graben gebaut und die Altstadtachse als verkehrsberuhigter Bereich und Anwohnerstraße ausgeschildert worden ist.

Genau so lange kämpfen die Anlieger um die Einhaltung der Verkehrsvorschriften, und Besucher der „Altstadt europäischen Ausmaßes“ um ihre Sicherheit auf dem Kopfsteinpflaster angesichts eines scheinbar nie enden wollenden Verkehrsstroms, der die Gasse als Abkürzung und Durchfahrtsstraße nutzt.

Doch seit wenigen Wochen ist es im Vergleich zu früheren Zeiten richtig ruhig geworden auf der Burg- und Vogelsangstraße. Die Anfang März installierte Ampel mit Kennzeichenerfassung und Blitzgerät zeigt ganz offensichtlich ihre Wirkung. Wurden vor ihrer Inbetriebnahme zwischen 2000 und 2500 Fahrzeuge im Tagesschnitt gezählt, so „schaltet die Ampel an einem normalen Werktag circa 670 Mal auf Grün“, berichtet der städtische Pressesprecher Robert Walz auf Anfrage unserer Zeitung. Etwa zehn Mal am Tag wird der Blitz der Kamera ausgelöst: Es liegt ein Verstoß gegen das Durchfahrtsverbot vor.

Die Bilder der ertappten Verkehrssünder werden im städtischen Ordnungsamt auf ihre Begründung vorgeprüft und zur Ahndung an die zuständige Städteregion weiter geleitet. Sie hat alleine für die erste Mai-Woche 46 Verwarngelder verhängt, wie Städteregionssprecher Holger Benend auf Anfrage mitteilte:

In der Regel beträgt das Verwarngeld 20 Euro, denn geahndet wird mit ihm nicht etwa der — teurere, mit Punkten und Fahrverbot sanktionierte — Rotlicht-Verstoß, sondern die Nichtbeachtung des Anliegergebotes. Sorgen bereiten Anwohnern aber weiterhin der Busverkehr durch die Altstadt, weil teilweise immer noch mit Gelenkbussen oder dem falschen Tempo die engen Straßen befahren würden — eine Angelegenheit, die die Stadt noch im Auge behalten wolle.

Ins Rollen gekommen war die Ampelregelung nach einer Bürgerveranstaltung der CDU im September 2015. Dennoch verzögerte sich die Realisierung im Rahmen der politischen Feinabstimmung. Anfang 2016 folgte eine Befragung der Bewohner des kompletten Quartiers entlang von Burg-, Vogelsang- und Hastenrather Straße. Anwohner des engeren Altstadtbereiches forderten drastischere Sperrungen; Bewohner der höher gelegenen Wohnquartiere wollten nicht von der Innenstadt abgeschnitten werden. Mitte 2016 wird ein Verkehrsplaner beauftragt, Messungen erfolgen und mittlerweile zwingt das Verwaltungsgericht die Stadt, die in der Altstadt angeordneten Verkehrsregeln durchzusetzen. Im April 2017 folgt eine erneute Bürgerbeteiligung; im Juni die Ampel-Entscheidung. Nach Ausschreibung und Vergabe wird um Karneval diesen Jahres die Anlage installiert, und Anfang März — kurzzeitig probeweise — in Betrieb genommen.

(-jül-)
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