Stolberg: Erzieherinnen auf der Straße: „Bildung hat ihren Preis”

Stolberg: Erzieherinnen auf der Straße: „Bildung hat ihren Preis”

Bildung und gute Erziehung haben ihren Preis. Das ist die Kernaussage, mit der am Dienstagmittag Erzieherinnen aus mehreren Stolberger Kitas auf die Straße gegangen sind, um gegen das Kinderbildungsgesetz Kibiz und für eine bessere finanzielle Ausstattung ihrer Einrichtungen - inklusive eines höheren Gehalts - zu demonstrieren.

Weil am Dienstag die dritte Gesprächsrunde zur Eingruppierung und Entgeltordnung in Berlin stattfand, war die Veranstaltung in Stolberg Teil eines bundesweiten Aktionstages. Mitsamt zahlreicher Kinder waren gut 200 Menschen dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi gefolgt, um auf dem Kaiserplatz auf Defizite im frühkindlichen Bildungswesen aufmerksam zu machen. Sehr zur Freude von Gewerkschaftssekretär Viktor Petje, der darauf hinwies, „dass Tarifrunden noch nie am Tisch entschieden wurden, sondern auf der Straße”.

Im öffentlichen Dienst werde immer mehr Personal abgebaut, klagte Petje, seit Jahren gebe es keine sicheren Arbeitsplätze mehr. „Die Arbeitgeber sagen, sie wollen den Beruf des Erziehers aufwerten, wollen aber gleichzeitig, dass Erzieher mit 1100 Euro nach Hause gehen”, so Petje weiter.

Über die Mängel von Kibiz beklagte sich Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, der die Pro-Kopf-Pauschalen anprangerte, die jährlich die finanzielle Ausstattung von Kitas veränderten. Das Gesetz habe vor allem die Erzieherinnen in eine schwierige Situation manövriert. „Es kann nicht sein”, so Gatzweiler, „dass in jedem Jahr eine neue Situation entsteht, dass es Versetzungen gibt, sogar Kündigungen. So kann keine Ruhe in den Kitas entstehen.”