Erinnerung dampft entlang der Vicht

Stammtisch der Eisenbahnfreunde : Die Erinnerung dampft entlang der Vicht

Wieder mal war kein Sessel mehr frei: Wenn Roland Keller andere Eisenbahnfreunde aus der Kupferstadt und ihrer Umgebung zum Frühschoppen ruft, dann fällt der Zuspruch meist reichlich aus.

Bei der jüngsten Zusammenkunft sah das nicht anders aus – wohl auch, weil das Thema ein lokales war: Um den Bahnhof Hammer (heute: Stolberg Altstadt) und die vielen Gleisanschlüsse in seinem Umkreis ging es.

Wie bei ihm und seinen Mitstreitern üblich, würzte der Referent und Gastgeber seinen Vortrag mit vielen Bildern und persönlichen Erinnerungen. Noch einmal dampften sie durch das Tal der Vicht, die Loks der Baureihen 50 und 94 mit einer bunten Folge von verschiedenen Güterwagen am Haken.

Auch die Zugmaschinen mit Dieselantrieb, zum Beispiel die V90 (V wie Verbrennungsmotor), ließ Keller nicht außer acht. Dabei schöpfte er aus seinem umfangreichen Fotoarchiv. Erst recht, als es um die diversen Gleisanschlüsse am Bahnhof ging.

Aber erst einmal stellte der Kenner das Bahnhofsgebäude an sich vor, das 1979 dem Erdboden gleich gemacht wurde und bis zuletzt Arbeitsplatz von fünf oder sechs Eisenbahnern war, zu den noch mal zwei weitere Kollegen direkt im Dalli-Werk kamen.

Ebenso viel Leben herrschte ringsum. Da war zum Beispiel die Firma Heinrich Prym, ein Hersteller von Verpackungsmaterialien, der inzwischen allerdings in Eilendorf produziert. Für eine eigene Werklok langte es nicht, und so wurden hier die Güterwaggons mit einer Spillanlage, bei der dicke Drähte die Maschinen mit Motor oder Dampfkessel ersetzten, über den Hof bewegt.

Andere Unternehmen hatten da durchaus eigene Loks zu bieten, die Bleihütte zum Beispiel eine – heute leider verschrottete, zweiachsige Diesellok der Marke Deutz, die vordem in der Zinkhütte Münsterbusch eingesetzt worden war.

Randvoll mit Fach- und Sachwissen gefüllt war auch der an- und abschließende Vortrag von Dietrich Nikel. Der Würselener hatte von seiner Indonesienreise eindrucksvolle Bilder mitgebracht, die die Zuhörer ebenso mit Beifall quittierten wie sie das schon nach Roland Kellers Referat getan hatten. Mehr dazu gibt es im Internet: www.eisenbahn-stolberg.de.

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