Stolberg: Erdgas: Der Einbruch

Stolberg: Erdgas: Der Einbruch

Der Essener Energiekonzern Eon denkt aufgrund von dramatischen Gewinneinbrüchen infolge von veränderten Gaspreisen über deutliche Einschnitte nach - bei der Stolberger Energie- und Wasserversorgung GmbH (EWV) wundert man sich darüber nicht.

„Eon hat zu viel höheren Preisen eingekauft. Unsere Verkaufspreise von Erdgas liegen auf dem Bezugsniveau von Eon”, sagt EWV-Marketingleiter Andreas Ihrig. Der Grund für die aktuelle Entwicklung: Momentan, so argumentiert Eon, überschwemmen große Mengen an verflüssigtem Gas den eutopäischen Markt. Gas, das eigentlich für die USA vorgesehen war. Durch dieses Überangebot fallen die Preise. Ihrig: „Die EWV orientiert sich an Marktpreisen.”

Der Preisverfall bei Erdgas, der für Eon einem Milliardenverlust gleichkommt, zwingt auch die regionalen Anbieter zum Handeln. Ihrig: „Dieses Beispiel sollte natürlich Warnung sein.” Heißt für die EWV: Eine grundsätzliche Erhöhung der Gaspreise sei nicht vorgesehen, dass die Preise für den Verbraucher fallen, hieße das allerdings auch nicht automatisch. „Natürlich haben wir keinen Einfluss auf den internationalen Markt.”

Der Gaspreis könne wieder steigen - bis zum Stichtag, dem 1. September. Ihrig: „Aber die Anstiege sind nicht mehr so stark wie früher.” Für den Kunden bedeute dies im Klartext, so der Marketing-Leiter, dass sich der Gaspreis ab dem 1. September zumindest bis zum Winter nicht mehr verändern werde. Eine Kilowattstunde kostet im Moment 7,22 Cent.

Darüberhinaus bietet die EWV Kunden für einen bestimmten Fixpreis Erdgas zu deutlich günstigeren Konditionen an. „Da sollten sich Interessierte aber nicht mehr allzu viel Zeit lassen, auch wenn jetzt verständlicherweise nicht viele Leute an Heizen denken.” Das Kontingent sei beschränkt.

Dafür habe die EWV seit der Atomkatastrophe von Fukushima im März rund 5000 neue Kunden für reine Naturstromprodukte gewonnen, sagt Andreas Ihrig. „Und der Zuspruch wird größer.”

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