„Erasmus Plus“: Willkommen, Bienvenidos, Velkomin!

Partnerschulen zu Gast in Stolberg : „Erasmus Plus“: Willkommen, Bienvenidos, Velkomin!

Ganz besondere Ehrengäste sorgten in der Städtischen Gesamtschule der Kupferstadt für eine prall gefüllte Aula: Im Rahmen des internationalen Projektes „Erasmus Plus“ waren Delegationen der neuen Partnerschulen in Albacete/Spanien und Kópavogur/Island zu Gast.

Gemeinsam will man in den kommenden zwei Jahren jeweils zwei gegenseitige Besuche organisieren, die anderen Kulturen kennenlernen und den Schülern ein Gefühl für die Auswirkungen des Klimawandels vermitteln, die die drei Länder in unterschiedlicher Weise beeinflussen. Dabei soll unter dem Motto „Energy matters“ herausgefunden werden, welche Möglichkeiten den Ländern zur Verfügung stehen, um den Energiewandel erfolgreich zu vollziehen. Ein anspruchsvolles, aber auch höchst wichtiges Projekt, wie nicht nur Schulleiter Helge Pipoh eindringlich betonte.

Nur gemeinsam und nationenübergreifend könne man das volle Potential von grünen Energien nutzen, und dazu müssen die Schüler bereits im frühen Alter einen Sinn für das Thema entwickeln. Neben einem spannenden Vortrag über den Energiewandel stand jedoch das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund. Denn sowohl das sonnenverwöhnte Albacete, mit deren Schule man bereits vorher Kontakt aufgenommen hatte, als auch die zweitgrößte Stadt des abgeschiedenen Islands zeigen ein ganz anderes Leben auf, als es die Stolberger Schüler gewöhnt sind. 

Indener Tagebau weckt Neugierde 

Nicht minder groß war aber auch die Neugier bei den Besuchern, die sich beispielsweise über den riesigen Indener Tagebau informierten und für die die dicht besiedelte Städteregion eine echte Großstadt darstellt. Josef Artz, Leiter des EU-geförderten „Erasmus Plus“, erläuterte die Ausmaße der Partnerschaft, während Pipoh auf die vielen Herausforderungen hinwies, denen man sich im Rahmen des Klimawandel stellen müsse. „Nur wer über einen hohen Grad an Bildung verfügt, kann sich an Diskussionen beteiligen und Lösungen erfordern immer einen Blick über den Tellerrand“, bekräftigte der Schulleiter, der das „Kennenlernen und Wertschätzen von Kulturen als kleinen Beitrag zum Verständnis und europäischen Gedanken“ weiter fördern wolle.

Volle Zustimmung erntete er hierbei vom stellvertretenden Städteregionsrat Axel Wirtz, der, auch im Bezug auf nationalistische Strömungen in Europa anmahnte: „Man kann Europa nicht genug in den Vordergrund stellen!“ Sowohl Romero Manuel Martinez, als auch Arný Stefansdóttir nutzten anschließend die Chance ihre Heimat zusammen mit ihren Schülern vorzustellen. Humorig, aber auch informativ berichteten sie vom Kampf Don Quixotes gegen Windmühlen in Albacetes Provinz Castilla-La Mancha und wie es ist, auf einer Insel zu leben, die mit heißen Geysiren und Vulkanen übersät ist. Dabei gab es natürlich auch zu lernen, wie man den berühmtesten Vulkan der vergangenen Jahre, den Eyjafjallajökull, richtig ausspricht. Klar, dass es sich die Gäste nicht nehmen ließen, Pipoh stellvertretend mit ein paar Gastgeschenken zu bedenken. 

Blick für das große Ziel
Dafür gab es zum Abschluss des offiziellen Teils von der Gesamtschule ein Video zu sehen, in dem die Schüler sich auf witzige Weise selbst vorstellten – natürlich ohne den Blick für das große Ziel der Kooperation zu verlieren. In einem gemütlichen Austausch war in der Folge das Interesse an den Besuchergruppen natürlich groß: „Wie ist es in Deutschland zu sein?“ oder „Worauf freut ihr euch am meisten?“ waren nur einige der vielen Fragen. Stefansdóttir überraschte mit ihrer Antwort: „Die Schüler sind am meisten begeistert von dem Essen und der Freundlichkeit der Menschen“, so die Lehrerin und Handball-Trainerin, die bereits zuvor mehrfach im Dienste des Sports in Deutschland unterwegs war.

Natürlich gebe es auch für sie noch einiges zu lernen, ganz besonders bei den spanischen Gästen. Gemeinsam freute man sich auf die vielen Unterhaltungen und bevorstehenden Entdeckungen und ebenso sollen dann die verschiedenen Energiequellen der Länder, wie Solarenergie in Spanien oder Geothermie in Island, untersucht werden – um nicht nur den europäischen Geist, sondern auch das Bewusstsein für Umweltschutz langfristig zu fördern.

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