Stolberg-Zweifall: Ende der Durststrecke ist erreicht

Stolberg-Zweifall: Ende der Durststrecke ist erreicht

Zeitweise schien die Lage fast hoffnungslos, aber nun scheinen die Tage der Sorgen für die St. Sebastianus-Schützen Zweifall vorbei zu sein: Am Sonntag wird der neue Schießstand der Bruderschaft offiziell in Betrieb genommen. Um 14 Uhr beginnt die Eröffnungsfeier, auf die die Zweifaller Schützen so lange hingearbeitet haben.

Der neue Schießstand, der an die Turnhalle der Grundschule in der Kornbendstraße angrenzt, besteht aus fünf aneinandergereihten Containern. Früher dienten die Container Regierungsbeamten als Büro. Schön sieht der Anbau zwar nicht aus, aber vielleicht hat ja eines Tages jemand eine Idee, wie man den Containerbau bzw. den Schießstand optisch ein wenig aufpeppen könnte. Doch die Optik stand zunächst nicht im Vordergrund, schließlich ging es vor allem darum, dass der Schießstand den gesetzlichen Bestimmungen genüge tut, und dass die Schützen endlich wieder einen Platz haben, wo sie ungestört trainieren können.

Jahrelang hatten die Mitglieder einen fensterlosen Kellerraum in der Grundschule als Schießstand genutzt, was immer wieder für Konfliktpotenzial und Diskussionen gesorgt hatte. Dann meldete die Schule Eigenbedarf an, und nach langem Hin und Her zog die Bruderschaft aus - und war damit vorerst heimatlos. Geschossen wurde zwischenzeitlich nur noch auf Anlagen befreundeter Bruderschaften im Stadtgebiet, Vereinsstrukturen und Zusammengehörigkeitsgefühl konnten durch gemeinsame Aktivitäten weitestgehend erhalten werden.

Doch nicht nur die fehlende Schießstätte, sondern auch die durch einen jugendlichen Amokläufer angerichtete Bluttat in Winnenden und die daraus resultierenden Vorbehalte gegenüber dem Schützensport machten den Zweifallern zu schaffen. „Kritisches Hinterfragen ist die eine Sache. Etwas anderes ist es aber, mit Spatzen auf Kanonen zu schießen”, sagt Rolf Hansen. Übertrieben findet der Vorstand nach Aussage des 2. Brudermeisters die behördlichen Auflagen, die erfüllt werden mussten, um den Schießstand in Betrieb nehmen zu dürfen. „Wir schießen im Verein mit Luftgewehren”, stellt Hansen klar. „Es ist fast unmöglich, jemanden damit zu töten.”

Zwei Jahre war der Verein ohne Schießstand. In der Folge habe sich die Jugendabteilung aufgelöst. Für den neuen Schießstand musste der Verein tief in die Tasche greifen: Rund 30 000 Euro brachten die Schützen auf. Die Container der Regierung habe man vergleichsweise günstig erworben. Zu Buche schlugen laut Hansen vor allem die Gutachten.

Wenig Sinn sieht Brudermeister Karl-Erich Krings in einem Lärmschutzgutachten. „Die Eschweiler Schützen haben nach dem gleichen Prinzip wie wir ihren Schießstand errichtet. Wir hätten deren Messdaten problemlos auf unseren Container übertragen können”, schildert er seine Sichtweise der Dinge.

Mehrstündige Telefonate

Es wurden mehrstündige Telefonate geführt, um die Behörden zu überzeugen, die Genehmigung zu erteilen, berichten Hansen und Krings unisono. Beide sind jetzt einfach nur froh, dass endlich Ruhe einkehrt.

Das neue Vereinsheim im Obergeschoss des alten Betreuungshauses der Grundschule haben die Schützen bereits Ende Juni bezogen - gemeinsam mit dem Spielcorps 1925 Zweifall. Zum Feiern von großen Festen sind die Räumlichkeiten allerdings zu klein. Gefeiert wird natürlich dennoch. Eingebettet in die Eröffnung ist das Pokalschießen. Mitschießen können Mitglieder wie auch Nichtmitglieder jeden Alters.

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