Stolberg: Elf verkaufsoffene Sonntage im Stadtgebiet

Stolberg : Elf verkaufsoffene Sonntage im Stadtgebiet

Es sind lediglich noch zwei Institutionen, die ihre Stimme erheben, wenn die Gewerbevereine in Stolberg einen verkaufsoffenen Sonntag veranstalten wollen: die Gewerkschaft Verdi und die Evangelische Kirchengemeinde Zweifall.

Dagegen nimmt die Zahl der Sonntagsverkäufe zu, auch oder weil sie überwiegend auf Stadtteile beschränkt sind. Im Prinzip könnte jedes Dorf vier „Verkaufsoffene” beantragen. In der Kufperstadt summiert sich die Anzahl der Sonntage inzwischen auf elf, an denen die lokalen Kaufleute von 13 bis 18 Uhr ihre Läden öffnen dürfen. Das ist längst beschlossene Sache - per Dringlichkeitsbeschluss, der nur noch nachträglich am Dienstag vom Rat genehmigt werden muss.

Denn der erste verkaufsoffene Sonntag ist bereits gelaufen: am 5. April im Rahmen der Mausbacher Osteraktion. Drei weitere Termine sollen allein in diesem Dorf auf Wunsch der Gemeinschaft Mausbacher Geschäftswelt (GMG) folgen: Zum Muttertag am 10. Mai, am 8. November als Start in die Weihnachtszeit und am 20. Dezember zum Weihnachtsfest.

Damit ist die GMG sonntags genau so rege wie die Gemeinschaftsinitiative Oberstolberg. Auch sie hat vier Termine angemeldet für die gesamte Innenstadt: zum Frühlingsfest am 10. Mai, zur Stadtparty am 20.September, zum Mundartfestival Haste Tüün am 11. Oktober und zum verkaufsoffenen Advent am 29. November.

Zurückhaltender sind die Werbegemeinschaft Breinig und der Aktionsring Handel und Handwerk in Büsbach. Während die Breiniger gemeinsam mit der Feuerwehr am 6. September das Sommerfest und am 29. November den Weihnachtsmarkt auch sonntags feiern wollen, haben die Büsbacher das zweite Juni-Wochenende im Visier, wo zum Marktfest die Geschäfte auch sonntags öffnen wollen.

Gar keine Bedenken gegen die Praxis hat der Einzelhandelsverband, ebenso wie die IHK, die zusätzlich anregt, „sich mit benachbarten Kommunen im Hinblick auf die verkaufsoffenen Sonntage abzustimmen”. Dagegen verweist Verdi auf die „enormen Arbeitsbelastungen der Einzelhandelsbeschäftigten” und lehnt Sonderöffnungszeiten ausdrücklich ab.

Darin sind sich Gewerkschafter und Christen einig. Wiederholt erhebt Pfarrer Harald Fenske Einspruch - aus theologischen Gründen zum Schutz des Sonntages und als geschützten Tag für die Familien der Beschäftigten. „Die Feiertagsruhe und der besondere Charakter des Sonntags werden durch Öffnen von Geschäften massiv gestört”. Und dabei ist der Evangelischen Kirchengemeinde Zweifall ganz besonders der verkaufsoffene Sonntag am 1. Advent ein Dorn im Auge.

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