Stolberg: Einzigartig bis ins kleinste Detail

Stolberg: Einzigartig bis ins kleinste Detail

Bei der Kunst auf dem Weg Ausstellung wird jeder Kunstfreund, durch die große Vielfalt an Werken der einzelnen Künstler, auf seine Kosten kommen. Am letzten Sonntag im August kann man von 11 bis 19 Uhr elf verschiedene Stationen besichtigen.

Es wird viel geboten, wie zum Beispiel: Fotografie, Malerei oder Metallskulpturen. Bonifatius Stirnberg, der schon in seiner Jugend entdeckte, dass sein Herz der Kunst gehört, zeigt Modelle und Fotos seines Schaffens im Torburg-Museum am Luziaweg, Station fünf.

Der Künstler wurde 1933 in Freienohl im Sauerland geboren und hat neben einer Holzbildhauerlehre, einer Tischlerlehre, einem Bildhauereistudium an der Werkkunstschule in Aachen, auch noch ein eigenes Atelier mit angeschlossener Bronzegießerei eröffnet. Besondere Kunststücke sind zum Beispiel der Puppenbrunnen,die Pferdeskulptur vor dem Hauptbahnhof in Aachen - und natürlich der Galminusbrunnen auf dem Stolberger Willy-Brandt-Platz.

Stirnberg war schon immer fasziniert wie sehr sich etwas verändern kann zum Beispiel durch Licht und Schatten. Er empfand die schaffende Kraft der Kunst wie Zauberei. Er wollte immer wieder neue Dinge erlernen und das Rätselhafte erkunden. Dieser Umschwung von etwas Schön-Vertrautem in etwas Unheimlich-Verwandeltes hat Stirnberg schon immer fasziniert und deshalb hat er versucht das in seine Werke mit einzubringen. Seine Stadtskulpturen sind selten einsam, denn meist werden sie von den Menschen begriffen, berührt, bewegt und verändert. Diese Aktionskunstwerke bestehen aus stabilen und kompakten Bronzeelementen.

Wasserfarben hat der vielseitige Künstler erst vor fünf Jahren entdeckt: Der eigentliche Bildhauer fing an mit Aquarellen zu arbeiten, besonders faszinierte ihn die Aktzeichnung. In seinem ganzen Leben konnte Bonifatius Stirnberg erlernen wie man mit Ton, Gips, Holz, Bronze und Aquarellfarben Kunst erschafft. Eine seiner wichtigsten Erkenntnisse war die, dass Kunst nicht immer glatt und eben sein soll, sondern das auch das Sperrige und Aufgebrochene zur Wirklichkeit gehört, also auch zur Kunst.

Handwerk wird lebendig

Jedes einzelne Modell ist eine Herausforderung, da es den Betrachter in seinen Bann ziehen sollte. Stirnbergs Werke sind alle einzigartig und bis ins kleinste Detail strukturiert. Durch seine vielen verschiedenen Interessen ist es dem heute 78-jährigen gelungen sehr vielseitige künstlerische Darstellungen zu fertigen.

Natürlich kann man die anderen Austellungsräume im Torburg Museum an diesem Tag auch besichtigen wie zum Beispiel die Abteilungen für: Korbflechterei, Stellmacherei, Spinnerei, Sattlerei, Nagelschmiede, Seifenherstellung, Kupferdruckerei, Feilenmacherei, Schusterei, Weberei, Schreinerei und Kaffeerösterei. Handwerk und Geschichte werden hier für den Besucher lebendig und erfahrbar.

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