Stolberg: Eine traditionsreiche Kleingartenkolonie: Vereinsfeier an der Rhenaniastraße

Stolberg : Eine traditionsreiche Kleingartenkolonie: Vereinsfeier an der Rhenaniastraße

Eine Kleingartenkolonie auf einem ehemaligen Weiher? Damit ist der Schrebergarten an der Rhenaniastraße gemeint, der von dem Verein „Bahnlandwirtschaft Köln — Unterbezirk Stolberg“ bewirtschaftet wird.

Diese traditionsreiche Kleingartenkolonie war nach langer Pause wieder Veranstaltungsort des Gartenfestes. Der Vereinsvorstand Walter Frings, Valentin Zeiger und Marga Wouben-Frings hatten die Feier auf die Beine gestellt. Neben einem Grillstand, Getränketheke und einer Caféteria wurde Besuchern auch eine Salatbar geboten.

Die Geschichte der Anlage reicht viele Jahre zurück: Denn das rund 4000 Quadratmeter große, im hinteren Bereich des neuen Parkhauses am Hauptbahnhof liegende Gartenland soll einst der Standort des Cambacher Weiher gewesen sein. Dieser war ein Wasserreservoir, das neben dem Saubach die dortige Cambacher Mühle mit Antriebsenergie versorgte. Im 18. Jahrhundert ist die Kupfermühle entstanden. Sie war ein Besitztum des in Eschweiler-Kinzweiler gelegenen Kambacher Hofes, der ehemalig eine Wasserburg war.

Der später verlandete Weiher, der auf Karten des 19. Jahrhunderts noch zu sehen ist, wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit Bauschutt aufgefüllt. Auf der Fläche, die auf der linken Seite von einem ehemaligen Bahndamm begrenzt wird, wurde in den frühen 50er Jahren das Gartenland der damaligen beschäftigten Bahnmitarbeiter angelegt. Der alte Bahndamm wurde im späten 19. Jahrhundert errichtet und gehörte zur sogenannten Verbindungsbahn.

Diese verband die im Osten und im Westen gelegenen ausgedehnten Gleisanlagen des Stolberger Hauptbahnhofes miteinander. Seit 2004 ist die in 23 Parzellen unterteile Kleingartenkolonie ein Besitztum der Euregio-Verkehrsschienennetz GmbH (EVS).

Als Vereinsheim nutzen die Gartenfreunde des Bahnlandvereines ein Gebäude, das einst die Werkstatt für die Signaltechnik der Stolberger Bahn enthalten hat. Schließlich liegt im Hintergrund der Gartenanlage der ehemalige Rangierbezirk V der Bahn mit seinen ausgedehnten Gleisanlagen. Soweit die Geschichte des in den 1950er Jahren entstandenen Schrebergartens, der entlang eines Verbindungsweges 23 schmucke und gepflegte Gartenparzellen aufweist.

Für die Zukunft hat sich der 30 Mitglieder starke Bahnlandwirtschafts-Verein neben dem Gartenfest auch ein Oktober- und Nikolausfest vorgenommen.

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