Stolberg-Donnerberg: Eine tolle Truppe bündelt schon seit 60 Jahren die Vereine

Stolberg-Donnerberg: Eine tolle Truppe bündelt schon seit 60 Jahren die Vereine

Das dickste Kompliment gab es erst kurz vor Schluss: „Die Interessengemeinschaft Donnerberg ist eine ganz tolle Truppe“, schrieb Stolbergs stellvertretende Bürgermeisterin Hildegard Nießen dem Ersten Vorsitzenden der IG, Hans-Josef Schneider, ins Stammbuch.

60 Jahre schon verklammert diese Lobby die Interessen ganz unterschiedlicher Gruppen des Stadtteils, darunter Fußballer ebenso wie — neuerdings — die Liebhaber des Polizeihundesports. Diese Einheit in Verschiedenheit stand im Mittelpunkt einer Feierstunde am Sonntag. Der Veranstaltungsort hätte nicht strategisch günstiger liegen können: die Kleine Offene Tür (KOT) neben der Donnerberger Pfarrkirche an der Höhenstraße.

Ließ die Historie Revue passieren: Festredner Winfried Bartgens.

Neben Hildegard Nießens Laudatio („Es ist schon beachtlich, dass eine Interessengemeinschaft schon 60 Jahre existiert“) und der Begrüßung durch Hans-Josef Schneider bildeten die künstlerischen Einlagen des Männergesangvereins unter der Leitung von Gunther Antensteiner einen weiteren Höhenpunkt — wobei der Titel eines Liedes besonders symbolträchtig wirkte: „Freunde fürs Leben“ kleidete das Lebensgefühl vieler IG-Aktiver merklich gut in Töne. Auf ihre Weise trug darüber hinaus die Bewirtung durch Mitglieder der Karnevalsgesellschaft „Wenkbülle“ zum Wohlgefühl der Anwesenden bei. Die eigentliche Festrede zum Jubiläum zu halten — das blieb dem Vorgänger auf dem Stuhl des Vorsitzenden und heutigen Stellvertreter Schneiders, Winfried Bartgens, vorbehalten.

Gestenreich und spürbar aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfend, malte Bartgens die zurückliegenden sechs Jahrzehnte IG-Geschichte in satten Farben aus — zum Beispiel, als er auf das feucht-fröhliche Abholen des Maibaums zu früherer Zeit beim „Heidewirt“ oder die Martinsfeiern auf dem Gelände der Kaserne zu sprechen kam. Ebenso, wie er liebevoll die Vergangenheit Revue passieren ließ, ging der Redner kritisch auf die Gegenwart ein. Mit Blick auf aktuelle Projekte auf dem Donnerberg beklagte Bartgens eine „Bebauungswut“. Auch die Arbeit des Vorstandes, dem er selbst noch immer an prominenter Stelle angehört, nahm der IG-Veteran unter die Lupe und gab zu Protokoll: „Der Vorstand droht zu überaltern. Die Hälfte von uns ist 70 Jahre oder älter.“ So harrt derzeit eine wichtige Position der Neubesetzung: „Wir brauchen dringend einen Schriftführer.“

Die Feierstunde klang aus mit einer Präsentation einer Bilder-Chronik zur historischen Entwicklung des Donnerbergs durch Bernd Mertens; der stellvertretende Vorsitzende der Siedlergemeinschaft hatte bereits am Vortrag eine interessierte Gruppe durch den Stadtteil rund um den Sender geführt.

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