Eine neue Turnhalle für die Grundschule an der BIschofstraße

Neue Turnhalle in Büsbach : Ein kleiner Ersatz für „Angie’s Bistro“?

In Büsbach soll eine neue Turnhalle gebaut werden. Die könnte auch eine alternative für die ortsansässigen Vereine sein. Es gibt allerdings einen Haken.

„Die Turnhalle in der Bischofstraße stellt für den Ortsteil Büsbach die zentrale Sportstätte dar. Durch den Neubau der Turnhalle mit ihren Sanitärbereichen soll für die Grundschule und die Vereine ein attraktives und zeitgemäßes Angebot entstehen“, sagt Stolbergs Technischer Beigeordneter Tobias Röhm. Das bauliche Gestaltungskonzept wurde den Mitgliedern des Bau- und Vergabeausschusses nun  vorgestellt.

Bereits Ende August 2016 entschied die Stolberger Politik, die Schulsporthalle der Büsbacher Grundschule durch eine neue Einfeldhalle zu ersetzen. Aber warum eigentlich? „Die Halle wird gut genutzt, ist aber in die Jahre gekommen“, erklärt Tobias Röhm und meint damit nicht nur die Umkleiden und Sanitäranlagen. Die Halle entspreche zudem nicht den heutigen Standardmaßen und werde aus diesem Grund angepasst. Architekt Gerd Speck, der die Planungen vorstellte, fand sogar noch deutlichere Worte: „Die Turnhalle ist in einem sehr schlechten baulichen Zustand“ und müsse aus diesem Grund einem Neubau weichen.

Die neue Halle, die am Standort der bereits bestehenden Turnhalle entstehen soll, wird die Maße 15 mal 25 Meter besitzen. Primär soll der Neubau der Grundschule als Sportstätte dienen. So werden Einbaugeräte und Bodenmarkierungen für die Sportarten Volleyball, Basketball, Handball, Fußball und Badminton berücksichtigt. Erschlossen wird das Gebäude durch den hinteren Schulhofbereich über einen separaten Eingang.

Und wie sieht die Aufteilung aus? Im Erdgeschoss befindet sich ein Regiezimmer, das auch als Lehrerumkleide dient. Davon räumlich abgeschlossen befinden sich links und rechts die Geräteräume, die sich über Tore zur Längsseite der Halle öffnen lassen. Zudem ist eine barrierefreie Erschließung im Erdgeschoss – inklusive einer barrierefreien Umkleide und einem barrierefreien Sanitätsbereich – geplant. Über eine Treppe geht es ins Obergeschoss. Diese mündet dann in einen offenen Flur, der als Galerie genutzt werden kann, um von dort das Spielgeschehen zu verfolgen. Links und rechts der Galerie befinden sich die Zugänge zu den Umkleideräumen, daran angeschlossen sind die Sanitärbereiche.

In einem schlechten baulichen Zustand befindet sich momentan die Turnhalle der Grundschule an der Bischofstraße. Foto: Stadt Stolberg

Genutzt werden soll die neue Sporthalle übrigens auch von Vereinen. Könnte sie also auch als Ersatz für die Gaststätte „Angie´s Bistro“ fungieren? Ja und nein. „Für die eine oder andere Veranstaltung wäre das sinnvoll“, sagt Röhm auf Anfrage unserer Zeitung und verweist darauf, dass Vereine mit einer mobilen Thekenanlage dort auch die Bewirtung übernehmen könnten. Aber: Die Sporthalle ist keine Versammlungsstätte. Heißt im Klartext: Mehr als 200 Personen dürfen nicht rein. Das sei mit den Vereinen auch so abgesprochen worden, erklärt Röhm.

In einem gemeinsamen Termin mit der Schulleitung der Büsbacher Grundschule, dem Schulverwaltungsamt und dem Dezernat III wurde durch das Ingenieur-Büro Kempen Krause die Vorentwurfsplanung mit mehreren Varianten zur Fassadengestaltung vorgestellt. Es wurde sich bereits auf eine Variante verständigt.

Dies ist eine Ausführung als einer im Grünton horizontal unterteilte Plattenfassade. Diese soll elegant und homogen wirken, durch den bewusst eingebrachten Farbverlauf von hell zu dunkel und die horizontalen unregelmäßigen Musterungen allerdings auch nicht langweilig erscheinen.

Der präferierte Plattenwirkstoff – der Werkstoff Trespa – biete gegenüber den ebenfalls vorgestellten Materialien Holz und Putz den Vorteil, dass dieser deutlich weniger verwitterungsanfällig sei und entsprechend keine Nachbehandlung benötige, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Das Plattenmaterial sei zudem schlagfest und damit auch vandalismussicher. Komme es allerdings dennoch zu einer Beschädigung, könnten einzelne Platten im Bedarfsfall stellenweise ausgetauscht werden.

Energetisch soll das Gebäude übrigens auch auf dem neusten Stand sein. Der Technikraum der Schule befindet sich in unmittelbarer Nähe angrenzend zur Turnhalle. Die Kesselanlage im Technikraum wurde bereits vor einem Jahr erneuert. Das neue Turnhallengebäude soll angebunden und durch den Technikraum mit Wärme versorgt werden. Die bestehenden Leitungen und Anschlüsse sollen neu aufgeschaltet sowie alte Bestandsleitungen und Verteiler erneuert werden.

Auch die Strom- und Medienversorgung laufen über den Technikraum des Bestandsgebäudes und sind miteinander verbunden. Zudem soll eine Gebäudeautomation eingerichtet werden, so dass die neue Halle – sowie auch der gesamte Bestandsschulbau – an das bestehende Überwachungs- und Steuerungssystem zur Gebäudetechnik der Stadt Stolberg angeschlossen wird.

Der Ausbau der bestehenden Anlage mit erneuerbaren Energien sei nach der Energieeinsparverordnung für Gebäude zwar nicht zwingend erforderlich, jedoch biete das neue Sporthallendach optimale Bedingungen für den Ausbau mit einer Photovoltaik-Anlage für eine zukünftige nachhaltige und CO2-schonende Stromversorgung.

Gefördert wird der Bau übrigens vom Land, das Zuschüsse in Höhe von 813.297 Euro beisteuert. Einzige Bedingung: Bis Ende 2020 muss die Maßnahme umgesetzt sein. Und wie ist diesbezüglich der Stand der Dinge? Die Abbrucharbeiten befinden sich bereits in der Ausschreibung, erklärte Speck. Damit soll noch im Herbst begonnen werden. Die Bauarbeiten sollen dann im Januar 2020 starten.

Einschränkungen bringt dies für die Büsbacher Grundschule mit sich. Der Sportunterricht muss in dieser Zeit in einer anderen Halle stattfinden. „Die Schüler der Grundschule Bischofstraße werden während der Zeit des Abrisses und der Baumaßnahme mit einem Schulbusverkehr zur Mehrzweckhalle der Grundschule Breinig gefahren und dort den Schulsportunterricht durchführen“, erklärt Schulamtsleiterin Petra Jansen. An der Grundschule in Breinig gebe es die Mehrzweckhalle und die Zweifach-Sporthalle direkt angrenzend, so dass in Abstimmung mit den beiden Schulleitern diese Ausweichmöglichkeit gegeben sei, so Jansen weiter.

Grünen-Chefin Dina Graetz regte an, das Dach oder die Fassade zu begrünen. Das sei bislang nicht geplant und würde die Kosten enorm steigen lassen, meinte Speck. Statisch könnte entweder eine Dachbegrünung oder die Einrichtung einer Photovoltaikanlage möglich sein. Für das vorgestellte Konzept sprachen sich die Mitglieder des Ausschusses einstimmig aus.