Stolberg: Ein zauberhafter Abend für das Publikum

Stolberg: Ein zauberhafter Abend für das Publikum

Der 19. Stolberger Musiksommer hat am Samstagabend mit einem sprichwörtlichen Paukenschlag begonnen. Unter dem Motto „Stolberger musizieren für Stolberger” genossen viele Gäste im Museum Zinkhütter Hof ein Benefizkonzert, das in puncto Vielfalt und Qualität Maßstäbe setzte.

Hartmut Kleis und Peter Verhees führten durch ein knapp zweieinhalbstündiges Programm, in dem mehr als 40 Aktive zu Gunsten des mobilen Bücherdienstes, der gehbehinderte Senioren regelmäßig mit Literatur versorgt, musizierten und ihr Publikum zu begeistern vermochten.

Die Instrumentalisten und Sänger präsentierten ein abwechslungsreiches Konzert ohne Berührungsängste - mehrere Generationen von Musikern gestalteten einen Abend auf hohem Niveau, ließen die Grenze zwischen E- und U-Musik verschwimmen und demonstrierten gleichsam das virtuose Potenzial der Kupferstadt.

Der erst 15-jährige Tim Schroif aus Gressenich beeindruckte am Flügel die Zuhörer mit Rumänischen Volkstänzen aus der Feder von Béla Bartók und der „Introduction” aus „Firth of Fifth” von dem Keyboarder der Band „Genesis”, Anthony Banks.

Katja Milic am Flügel

Der nur sechs Jahre ältere Violinist Roman Verhees stellte mit Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Konzert für Violine und Klavier (op. 35 D-Dur) seine technischen Fertigkeiten unter Beweis und verzauberte anschließend mit den „Zigeunerweisen” von Pablo de Sarasate gefühl- wie temperamentvoll das Publikum.

Am Flügel begleitet wurde er von Katja Milic, die trotz hohen Fiebers das Konzert ansprechend mitgestaltete. Unter der Leitung von Günter Jansen trug das Blockflötenensemble „Un poco per tutti” (Ein wenig für alle) ebenfalls einen klangvollen Teil zum Gelingen des Konzertabends bei.

Die acht Instrumentalisten präsentierten zunächst eine Auswahl aus Georg Friedrich Händels „Wassermusik”, um sich später unter anderem dem „Tango för Fyra” und den „Fonerier” (Albernheiten) des zeitgenössischen Komponisten Björn Hagvall zu widmen.

Für populäre Musik zuständig war das Duo Lilli Hanussek, bekannt durch „Lilli and the Rockets” und Mel Schmidt. Ob „Time after Time” (Cindy Lauper, Rob Hyman), „With a little help from my friends”, angelehnt an die Version von Joe Cocker, oder „Summertime” aus George Gershwins Oper „Porgy and Bess” - von Schmidt an der Akustikgitarre begleitet, überzeugten die Sängerinnen die Gäste ebenso wie mit ihren Eigenkompositionen „The Sun will shine” (Hanussek) und „Out in the Rain” (Schmidt).

Josef Otten, Sänger des WDR-Rundfunk-Orchesters, war in zweifacher Funktion vertreten. Zu der Piano-Begleitung von Theo Palm ließ er solistisch die Canzonetta „Deh vieni alla finestra” und die Arie des Leporello „Madamina, il catalogo è questo” aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Don Giovanni” erklingen.

Stürmischer Beifall war Otten auch gewiss, als er zum Ende des Benefizkonzerts seinen Chor, den Büsbacher Männergesang-Verein, dirigierte. Abermals von Theo Palm begleitet, gelang den Herren ein würdiges Finale des Abends, wobei sie mit der „Kantatenprobe” aus Albert Lortzings Oper „Zar und Zimmermann” nicht nur stimmlich beeindruckten, sondern das Publikum auch mit der szenischen Umsetzung der „Probe” glänzend amüsierten.

Am Ende des sechsten Konzerts „Stolberger musizieren für Stolberg” applaudierten mehr als 100 Gäste lange und lautstark den über 40 Aktiven auf der Bühne. Und das Fazit war im Zinkhütter Hof deutlich zu spüren: Stolberg hilft und Stolberg klingt.

Nächstes Konzert am 12. Mai in der Burg

Studierende der Musikhochschule Köln präsentieren am Samstag, 12. Mai, ab 20 Uhr eine musikalische Zeitreise vom deutschen Barock des 18. Jahrhunderts bis hin zur russischen Moderne des 20. Jahrhunderts. Im Rittersaal der Burg gelangen solistische und kammermusikalische Werke von Bach, Mozart, Dvo?ák, Tschaikowski und anderen Komponisten zur Aufführung.

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