Stolberg: Ein Stück Stolberger Geschichte

Stolberg : Ein Stück Stolberger Geschichte

Katharina Schreiber versteht es, Menschen zu begeistern. Eindrucksvoll und bewegend, stellte die mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnete Hobby-Historikerin ein interessantes, bisher vernachlässigtes Kapitel Stolberger Sozialgeschichte dar.

Vortrag und Präsentation des Buches „Vom Kupferhof zum Kinderheim und Kulturzentrum” gerieten im Rolandshaus zum außergewöhnlichen Erlebnis.

Überzeugende Schilderung

Anwesend waren auch Ordensfrauen der Schwestern vom armen Kinde Jesus, die das heutige Kulturzentrum und einstige St. Vinzenz-Kinderheim lange geleitet hatten. Beeindruckend waren die Schilderungen von Kriegserlebnissen, Versorgungsschwierigkeiten sowie Auf- und Umbauphasen des früheren St. Vinzenz-Kinderheimes an der Frankentalstraße.

Überzeugend schilderte die 65-jährige Autorin den Werdegang der vom Orden der Schwestern geleiteten Einrichtung an der Frankentalstraße, die einst Waisenhaus, Kinderklinik, verschiedene Schulformen und einen Kindergarten beherbergte. Zur Erinnerung: 1855 eröffnen die Schwestern in Nebengebäuden des alten Rathauses eine Niederlassung - Lehrschwestern übernehmen den Unterricht in Mädchenklassen. Während des Kulturkampfes (1875) verlassen die Ordensfrauen Stolberg. Erneut werden sie Ende des 19. Jahrhunderts tätig. Diesmal im „Opfergeltschen Haus” (heute Supermarkt-Standort) an der Prattelsackstraße. 1904 erfolgte der Umzug in den alten Kupferhof Franken82tal, einst Stammsitz der Familie von Asten, an der heutigen Kupfermeisterstraße (damals Feldstraße). 1929 wurde ein Neubau (heute Kulturzentrum) an der Frankentalstraße errichtet.

Zitate als „Würze”

1970 stellte der Orden der armen Schwestern vom Kinde Jesus nach 93-jähriger Tätigkeit in der Kupferstadt seine Aktivitäten ein. In der Folgezeit wandelte sich das ehemalige Kinderheim zur Verwaltungsaussenstelle, Flüchtlingswohnheim, Firmenbestriebsstätte und schließlich 1989 zum Kulturzentrum der Stadt Stolberg.

Immer wieder würzte Katharina Schreiber ihren Vortrag mit persönlichen Zitaten der Ordensfrauen, der einstigen Schülerinnen und Bewohner des früheren Kinderheimes an der Frankentalstraße. Das Buch ist reich illustriert und bietet eine schier unendliche Fülle von Bildmaterial.

Große Resonanz

Unterstützt wurde Katharina Schreiber von Ehemann Helmut, der die Gestaltung des umfangreichen Werkes übernahm. Eine große Resonanz fand der Verkauf des Buches im Anschluss an den Vortrag. Lange Schlangen bildeten sich, als Autorin Katharina Schreiber zahlreiche Bücher mit einer persönlichen Widmung versah.

Das Buch kostet 15 Euro und ist im örtlichen Buchhandel sowie während des Weihnachtsmarktes auf der Burg am Verkaufsstand des Geschichtsvereines erhältlich.

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