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Stolberger Ansichten: Ein gigantisches Bauprogramm Mitte der 1980er Jahre

Stolberger Ansichten : Ein gigantisches Bauprogramm Mitte der 1980er Jahre

Im Mittelpunkt des 206. Teils unserer Serie „Gleich und doch anders – Ansichten über Jahrzehnte“ steht das Haus Vogelsangstraße 37. Seine Geschichte ist Teil des großen Altstadt-Umbaus in den 1980er-Jahren.

Die Bausubstanz des im Altstadtviertel Vogelsang liegenden Gebäudes zeugt von jahrelanger Vernachlässigung. Längst haben die Bewohner das Haus, dessen Rückfront uns auf dem 1972 entstandenen historischen Vergleichsfoto präsentiert wird, verlassen. Zur Verhinderung weiterer Schäden durch Vandalismus, hat man im Erdgeschoss die Fensteröffnungen provisorisch zugemauert. Links sind die Rückfronten der beiden am „Pley“ liegenden Altbauten zu sehen. Oberhalb davon ist das Dach eines Gebäudes abgelichtet, das bereits an der Grabenstraße liegt.

Im Mittelpunkt des 206. Teils unserer Serie „Gleich und doch anders – Ansichten über Jahrzehnte“ stehen aber nicht diese Bauten, sondern das Haus Vogelsangstraße 37, das in der Bildmitte unseres historischen Vergleichsfotos zu sehen ist. Unschwer ist auf dem Foto zu erkennen, dass auf dem durch Zaunpfähle abgegrenzten Trümmergrundstück ein weiteres Gebäude gelegen hat. Auf der Rückfront des vernachlässigten Althauses prangt im unteren Bereich ein Plakat: Ein springendes Pferd wirbt für eine Zirkusveranstaltung auf dem Krautladenplatz.

Am rechten Bildrand ist in Höhe des Pley ein weiteres Gebäude abgelichtet. Zum damaligen Zeitpunkt lag dort das Eckgebäude des ehemaligen Kupferhofes „Fingerhut“. Vor dem Eckbau hat man den Lieferwagen einer Bäckerei abgestellt. 1982 wurde das in der Bildmitte liegende große Althaus saniert. Das vermutlich im 18. Jahrhundert entstandene Gebäude wurde umgebaut und erhielt einen zweigeschossigen Anbau, der auf unserem aktuellen Foto links abgebildet ist. Dieser von vier Fensterachsen gekennzeichnete Anbau schloss die Baulücke, die auf unserem historischen Foto ebenfalls links zu sehen ist.

Die neue Ansicht. Foto: Toni Dörflinger

Von großen Veränderungen war der Umbau des Althauses gekennzeichnet. Die an der Vogelsangstraße liegende Bruchsteinfront erhielt zusätzliche Fensteröffnungen. Rechts wurde ein bereits bestehendes Fenster vergrößert, und zwei weitere kamen hinzu. Die auf dem historischen Foto links abgebildete Fensterachse wurde komplett entfernt und durch große Glasflächen ersetzt, die in eine Betonkonstruktion eingebettet sind. Diese neu gestaltete ehemalige Fensterachse, beim Umbau wurde auch das Bruchsteinmauerwerk entfernt, ist heute das Treppenhaus des aus zwei Teilen bestehenden Baues. Denn das Treppenhaus, im Erdgeschoss liegt die Eingangstüre, ist nämlich das Bindeglied zwischen dem wahrscheinlich im 18. Jahrhundert entstandenen Althaus und dem 1982 errichteten Anbau.

Veränderungen hat auch unterhalb das am Pley liegende Eckgebäude erfahren. Es wurde ebenso wie der gesamte frühere Kupferhof Fingerhut abgebrochen und machte einem Neubau aus 1985 Platz. Diese Umbauten und Neuerrichtungen gehörten zu einem gigantischen Bauprogramm, das Mitte der 1980er Jahre unter dem Stichwort „Altstadtsanierung“ für ein völlig neues und anderes Bild der Altstadt sorgte. Begleitet und gestaltet wurde die Altstadtsanierung von dem in Köln ansässigen Architektenbüro Zimmermann, dem Stadtrat der Kupferstadt Stolberg und den damals bei der Stadtverwaltung tätigen Fachleuten.