Elf Partner zeichnen Absichtserklärung: Ein gemeinsamer Pool für die Gewerbeflächen

Elf Partner zeichnen Absichtserklärung: Ein gemeinsamer Pool für die Gewerbeflächen

Die Sondierungen unter Federführung von Agit-Geschäftsführer Dr. Lothar Mahnke zum städteregionalen Gewerbeflächenkonzept münden in die finale Runde. Ein Konsens ist absehbar. Die elf Partner haben einen sogenannten „letter of intent“ gezeichnet: eine unverbindliche Absichtserklärung über die Eckpunkte der weiteren Gewerbeflächenentwicklung.

Das erfolgte zwischen den neun Bürgermeistern des Altkreises, der Stadt Aachen und dem Städteregionsrat am 28. August in Simmerath. Dies berichtet Tim Grüttemeier dem am 29. September tagenden Stolberger Ausschuss für Wirtschaftsförderung. Er soll die Verwaltung der Kupferstadt beauftragen, diesen gemeinsamen Prozess zur Aktivierung von Gewerbeflächen aktiv zu gestalten.

Hintergrund ist ein für das Jahr 2035 prognostizierter Mangel an Gewerbeflächen von allein in Stolberg mehr als 20 Hektar. Nur Eschweiler und Alsdorf können rein rechnerisch ihren Bedarf durch eigene Reserven decken. Stolberg hat im Rahmen des Sondierungsprozesses bereits ein neues, zusätzliches Gebiet von mehr als 22 Hektar im Bereich des Friedhofes Buschmühle für den neuen Regionalplan angemeldet.

Unabhängig davon will die Kupferstadt gemeinsam mit fünf weiteren Partnern eine interkommunale Strategie zur Entwicklung und Vermarktung von Gewerbeflächen vorantreiben. Neben Stolberg wollen Aachen, Eschweiler, Würselen, Herzogenrath und Roetgen einen solchen Pool bilden.

Der Weg ist noch weit

Ins Auge gefasst für einen solchen Pool sind in Herzogenrath acht Hektar zwischen Wilsberg und Richterich (Schwerpunkt Forschung, Entwicklung, hochschulaffine Dienstleistungen), in Würselen 43 Hektar zwischen dem Autobahnkreuz und Merzbrück (luftfahrtaffines Gewerbe, Forschung und Dienstleistungen) sowie in Eschweiler-Kinzweiler 50 von 113 Hektar an der L 249 gegenüber der Mülldeponie Warden (Hochwertige Industrie- und Logistikunternehmen). Vorrang genießen sollen bei einer Ansiedlung Spin Offs aus den Hochschulen heraus.

Damit wird die Richtung vorgegeben, der Weg dorthin ist noch weit. Geklärt werden müssen Fragen der Organisations- und Rechtsform ebenso wie ein Kosten-Nutzen-Ausgleich, Vermarktung, politische Beteiligung und Aktivierung dieser Flächen.

Aber bereits Mitte 2019 soll ein erster Vorschlag für eine Vereinbarung vorliegen, die bei positiver Beurteilung in die Regionalplanänderung eingebracht werden kann. Erstellt werden soll das Konzept durch eine Arbeitsgruppe, der je zwei Vertreter der Kommunen angehören. Die Städteregion ist bereit, eine externe rechtliche und finanztechnische Beratung zu finanzieren.

Bezogen auf die weiteren Bereiche der Städteregion sollen zwei weitere Teilräume kooperieren. Die stärker ländlich strukturierten Eifelkommunen Roetgen, Simmerarth und Monschau wollen bei der Gewerbeflächenentwicklung künftig enger zusammenarbeiten. Und im Nordkreis wollen Alsdorf und Baesweiler intensiver mit Aldenhoven und Linnich kooperieren.

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