Stolberg: Ein fantastisches Konzert von „Final Virus“, das in Erinnerung bleibt

Stolberg : Ein fantastisches Konzert von „Final Virus“, das in Erinnerung bleibt

Dieses Konzert wird den Musikfreunden lange Zeit in Erinnerung bleiben — zumal davon ein Livealbum der Band „Final Virus“ entstehen wird. Bereits eine Stunde vor Konzertbeginn hieß es in der Musikkneipe „Piano“ quasi „nichts geht mehr“, denn die Gaststätte in der Altstadt war zum Bersten gefüllt.

Was dazu führte, dass im Verlaufe des Abends auch vor der Türe und auf der Burgstraße Publikum der Livemusik von „Final Virus“ lauschte.

Im Inneren der Kneipe zeigte sich bald, dass es eine goldrichtige Entscheidung von Bandleader Peter Sonntag war, erstmals eine Live-CD in seiner Heimatstadt einzuspielen. Schon die ersten Takte des Konzerts wurden von rhythmischen Klatschen begleitet, immer wieder brandete Szenenapplaus nach den zahlreichen Soli der Musiker auf, und jedes gespielte Stück quittierten die Zuhörer mit tosendem Beifall.

Viele Einflüsse vereint

„Bass-Guru“ Peter Sonntag eröffnete das großartige Konzert, und als Max Sonntag am Schlagzeug einsetzte, war die musikalische Marschrichtung des Abends klar: Das Konzert stand im Zeichen der Funk-Musik. Ein Stil, der wie geschaffen für „Final Virus“ ist, denn die Spielart der ursprünglich afroamerikanischen Musik vereint Einflüsse aus Soul, Rhythm and Blues und Jazz.

Die Band, die sich stets virtuos über jedwede Genre-Grenze hinwegspielt, ließ es dabei freilich nicht bewenden, sondern streute gekonnt Elemente aus Rock, Blues, Klassik, lateinamerikanischen Klängen und mehr in ihren einzigartigen, offenen und progressiven Klangkosmos ein.

Klassiker wie „Cantaloupe Island“, „Cold Sweat“ oder „Superstition“ dienten den begnadeten Musikern dabei als Ausgangsmotive, um mit fantastischen Improvisationen zu glänzen und das Publikum in Ekstase zu versetzen.

Gitarristin Reno Schnell, Markus Plum an der Posaune, Saxofonist Patros Jäger, Bass-Meister Peter Sonntag und Drummer Max Sonntag verzückten mit Soli, die vor Können und leidenschaftlicher Spielfreude strotzten. Dazu verlieh Missy Wainwright der Band ihre grandiose Stimme, und Martin Mersmann begeisterte die Zuhörer mit schier unglaublichen Sounds, die er seinen analogen Synthesizern entlockte.

Selbst zu hören

Unmissverständlich offenbarte sich die Qualität der Ausnahmemusiker zum Beispiel bei Peter Sonntags starker Eigenkomposition „Phoenix“ — einem abenteuerlichen wie unterhaltsamen Flug durch die Musikstile. Als die Band den alten Gospelsong „Motherless Child“, angelehnt an Richie Havens „Freedom“, in feinster „Final-Virus“-Manier intonierte, skandierten die Gäste im „Piano“ euphorisch mit, so dass viele Zuhörer sich selbst auf dem Livealbum wiederhören werden.

Bei der ersten Zugabe „Come together“, das als kaum enden wollende, entfesselte Interpretation regelrecht berauschte, war das Publikum vollends aus dem Häuschen, doch „Final Virus“ wusste seine „Ansteckungsgefahr“ sogar noch zu steigern und spielte zum Finale die Fans mit Frank Zappas „Zomby Woof“ schwindelig. Beim nächsten Gastspiel in der Kupferstadt wird Band das Album „Final Virus live in Stolberg“ mitbringen, und die Wartezeit wird im „Piano“ mit vielen Konzerten bei freiem Eintritt verkürzt.

Schon am Samstag, 20. Januar, geht es dort mit Livemusik weiter, wenn ab 20.30 Uhr die „Bluesaders“im LOkal an der Burgstraße 26 spielen.