St. Hubertus Schützenfest: Ein Dorff im Ausnahmezustand

St. Hubertus Schützenfest : Ein Dorff im Ausnahmezustand

Wenn man einen Dorffer (sei es nach Pass oder Seele) fragen würde, welcher der vier Kirmestage für ihn das Highlight ist, so würde eine Antwort wahrscheinlich nur vage ausfallen. Schließlich hat jeder dieser „Feiertage“ am kommenden Wochenende nicht nur für die Mitglieder der St. Hubertus Schützenbruderschaft etwas Eigenes, Besonderes.

Da wäre der Freitagabend, der besonders Tanz- und Partylaunige, Gesellige lockt und mit guter Tanzmusik, aufgelegt durch DJ Nick Schuran, und der richtigen Atmosphäre für lockere Gespräche aufwartet. Ab 20 Uhr mischt sich ein Volk aus Jung und Alt im Festzelt auf dem Weiher, um die Kirmes gebührend einzuläuten.

Ein Vergleich mit dem eher festlichen Samstag ist kaum vorzunehmen, schließlich steht dieser ganz im Zeichen der Königswürde, die in diesem Jahr Lars und Larissa Plum um 17.30 Uhr in der Kirche St. Mariä Empfängnis verliehen bekommen. Mit einem anschließenden Umzug durch Dorff beginnen sie so ihr Königsjahr, das dann im Festzelt beim „Ball der Könige“ einen weiteren Höhepunkt findet. In diesem Jahr werden sie dabei vom amtierenden Bezirksschützenkönig des Grenzlandschützenbunds Aachen-Land-Süd Andreas Junker unterstützt, der diese Würde in feierlichem Rahmen an seine Nachfolgerin Suse Keil-Schlütz weiterreicht.

Den Abschluss des eher offiziellen Teils der Schützenkirmes bildet dann der Königswalzer, den das Dorffer Königspaar eröffnet und zu dem vielen weiteren Königspaaren der Gastvereine hinzustoßen. Und natürlich hört in Dorff dann niemand auf zu feiern. Zur Musik der Band Celebration geht´s dann weiter, es wird mal wieder getanzt, gesungen, gequatscht.

Aber auch der Sonntag kann sich sehen lassen. Morgens um 10.30 Uhr trifft man sich zu einem Frühstück im Zelt, die Stimmung ist locker, gemütlich, jeder scheint den vorherigen Abenden zu gedenken und oder von künftigen Ereignissen zu träumen. Nach einer kleinen „Mittagspause“, finden sich die Dorffer und viele sehr willkommene Gäste dann um 15 Uhr wieder im Zelt auf dem Dorfweiher ein, bei Kaffee und Kuchen im Zelt und liebevoll gestalteten Kinderspielen vor dem Zelt steht dann alles im Zeichen der Familie und Nachbarschaft. Den Höhepunkt des Tages bildet der Festzug, der um 16Uhr Uhr im Festzelt startet und sich auf den Weg macht, Lars und Larissa Plum zuhause abzuholen, eine Ehre, die nur dem König zu Teil wird.

Dabei ist in diesem Jahr mit einem besonders großen Festzug zu rechnen, haben sich aufgrund des ortsansässigen Bezirkskönigs Andreas Junker doch außergewöhnlich viele Gastvereine angemeldet. Ein Blick vom Straßenrand aus lohnt sich also allemal, wenn so viele Könige und Königinnen den kleinsten Ortsteil Stolbergs besuchen. Zurück im Festzelt wird es dann erneut gemütlich, familiär; Kuchen, Kinderspiele und Tombola bilden nur kleine Highlights des Tages.

Vielleicht würden auffallend viele Dorffer auf die eingangs gestellte Frage antworten: „Na klar, der Montag“. Denn dieser wartet mit einer unübertroffenen Einzigartigkeit auf: Um 10.30 Uhr wird der Lindenplatz im Zentrum Dorffs bevölkert von Schaulustigen, die kaum erwarten können, zu sehen, was sich die Jungs der „Ulkparade“ in diesem Jahr haben einfallen lassen, um ihren König zu verulken. Meist wird es nass, dreckig, schmackhaft und ganz sicher lustig!

Rund um den Charakter, die Biographie, Eigenarten des Königs wird stets eine skurrile Geschichte gesponnen, die ausgeschmückt mit großartigen Basteleien und Spielereien unterhalten. Und auch wenn dies der Anfang vom Ende ist, vom Feiern lässt sich niemand abbringen. Hat der König die Ulkparade überstanden, ziehen alle gemeinsam zum Festzelt, wo dann weiter geulkt und gespaßt wird, wo alle ausgelassen sind, tanzen, quatschen und das Leben feiern.

Nur ein einziger Wehmutstropfen trübt dann den Tag: Die Stunden der Kirmes sind gezählt und danach heißt es warten, 359 Tage bis zur nächsten Schützenkirmes in Dorff, bis zu den nächsten unvergleichlichen vier „Feiertage“, die sich einfach nicht reduzieren lassen, auf einen einzigen „Highlight-Tag“.

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