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Spannende Lesung bei „Nacht der Bibliotheken“: Ein authentisches Werk zum Schmunzeln

Spannende Lesung bei „Nacht der Bibliotheken“ : Ein authentisches Werk zum Schmunzeln

Zur „Nacht der Bibliotheken“, eine Initiative Nordrhein-Westfalens unter Schirmherrschaft von Susanne Laschet, lud die Stadtbücherei auch in Stolberg ein. Das Angebot unter dem Motto 2019 „mach es!“ animierte an diesem Tag viele Bürgerinnen und Bürger, die Bibliothek aufzusuchen und sie zu nutzen, denn es gibt hier viel zu entdecken.

„Eine Bibliothek ist heutzutage eine Bildungseinrichtung und ein Ort der Unterhaltung zugleich, der immer am Puls der Zeit sein muss, bei aktuellen Entwicklungen stets mutig voranschreiten muss und dabei seinen sozialen Auftrag nicht vernachlässigen darf“, so der 1. Beigeordnete der Stadt, Robert Voigtsberger. Sich zum Beispiel ein Spiel oder Bücher zum Vorlesen im Original, unverfälscht und so wie sie erdacht sind auszuleihen, sei allemal sinnvoller, als stets mit dem Handy zu spielen oder fernzusehen. Es erlaube der Fantasie, Regie zu übernehmen, die besser als die Vorstellungskraft der Hollywood-Regisseure sei.

Neben dem Bücherflohmarkt, bei dem Interessierte für fünf Euro eine Büchertasche erwerben und diese mit Büchern füllen konnten, war die Lesung mit Christian Linker ein Hauptanziehungspunkt. Unter dem Pseudonym Magnus Mahlmann las er vor etwa dreißig Zuhörern Abschnitte aus seinem regionalen Krimi „Was die Gottlosen planen“ mit Pfarrer Laurenz Broich als Ermittler und einem konkreten Fall.

Das Leben des ehemaligen Gefängnispfarrers ändert sich dramatisch von einem Tag zum anderen, als ihn der Anruf aus dem Generalvikariat ereilt, in seiner Kölner Heimatgemeinde, dem fiktiven Magdalenenviertel, neuer Pastor zu werden, weg aus der Anonymität in die Öffentlichkeit und zurück in den Schoß der Familie, dem er mühsam versucht hatte, zu entkommen. Seine Schwester Linda, inzwischen Chefin des elterlichen Detektivbüros, observiert gerade Birte Molzhagen, eine in der Gemeinde hochengagierte „Charitylady“, deren Ehemann sie der Untreue verdächtigt.

Laurenz versucht natürlich, den drohenden Verwicklungen zu entgehen. Doch dann stößt Linda auf einige Ungereimtheiten in ihrem Fall und der Pfarrer spürt, dass Birte Molzhagen Opfer einer Intrige geworden ist. Er sucht ein klärendes Gespräch mit der Dame, findet aber den Leichnam ihres Ehemannes im Arbeitszimmer. Weil Laurenz Broich von der Unschuld der Ehefrau überzeugt ist, muss er eigene Ermittlungen anstellen.

Linker studierte in Bonn Theologie und engagierte sich beruflich und ehrenamtlich im Erzbistum Köln. Von Hause aus schreibt er in erster Linie Jugendromane mit politischem Anspruch. Der Köln-Krimi für Erwachsene ist der erste einer Krimi-Reihe. Magnus Mahlmann ist keine unbekannte Romanfigur, denn sie trat schon zweimal in anderen Romanen als Nebenfigur auf. Der Autor kennt die Welt in seinem Krimi und klammert auch die Fragen, die die Kirche heute bewegen, nicht aus.

Er beschreibt das Zusammenleben der Menschen unterschiedlichen Milieus in den Gemeinden, die zu Großpfarreien zusammenwachsen, spannend und detailliert. Und es gibt sogar Passagen zum Schmunzeln. Die Figuren in der pastoralen Gesamtsituation sind authentisch und man merkt, dass hier ein Kenner am Werk ist. In der anschließenden Fragestunde erfuhren die Leser dann unter anderem, dass er vier Monate plus Überarbeitungsphase für die Fertigstellung des Buches benötigt hatte und das ein weiterer Band in Bearbeitung ist. Das Taschenbuch ist im Bachem Verlag erschienen.