Ehrenamtliche Hilfe für "Gehlens Kull" in Stolberg

Ehrenamtlicher Frühjahrsputz sorgt für Sauberkeit : Stolberger „Kull“ soll schöner werden und bleiben

In dem wahrlichen Naturreservat „Gehlens Kull“, ein ehemaliges Steinbruchgelände und Kalkwerk in der Nähe der Stolberger Burg, wurden kürzlich Gehölzarbeiten durchgeführt.

Die imposanten, mächtigen Felswände wurden von Wildwuchs befreit und bieten nun wieder den idealen Lebensraum für gefährdete Arten. Unter anderem die Geburtshelferkröte und die Mauereidechse können künftig wieder die steilen Kalksteinfelsen zum Sonnenbad nutzen. Dabei sollten sie aufmerksam sein, denn die Felsspitzen laden auch die hier heimischen Greifvögel wie Mäusebussarde und Turmfalken ein, mit fantastischem Überblick auf Beute Ausschau zu halten.

Jetzt rückte Andreas Koch, Landschaftspfleger der Biologischen Station der Städteregion, mit zwei Bundesfreiwilligendienstlern an und einigem Unrat auf den Pelz, der sich hier verdeckt durch bisher mannshohes Gebüsch über die Zeit angesammelt hatte.

Die Biologische Station, die ihren Sitz auf dem Berzelius Betriebsgelände hat, nahm ihre Arbeit im Jahr 1998 auf. Ihre Aufgabe ist es, die Naturschutzarbeit in der Städteregion zu verstärken.

Als gemeinnütziger Verein wird die Biologische Station von ihren Mitgliedern – den Naturschutzverbänden, der Kreisbauernschaft, dem Waldbauernverband und der Städteregion Aachen – getragen. Bettina Krebs, ebenfalls Mitarbeiterin der Biologischen Station und von Hause aus Biologin, ist als Projektleiterin unter anderem für das Monitoring im Projekt „Life-Amphibienverbund" zuständig und die Triebfeder für die unterstützenden Aktivitäten rund um und in „Gehlens Kull“.

Für die beiden Bundesfreiwilligendienstler ist die Arbeit im Naturschutz eine äußerst sinnvolle und befriedigende Beschäftigung. Im August ist ihre zwölfmonatige Tätigkeit abgelaufen, und dann werden sie eine Lehre bzw. ein Politikwissenschaftsstudium beginnen. Der Bundesfreiwilligendienst ist ein Angebot an Frauen und Männer jedes Alters, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren – im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz.

Für Walter Meuthen, seit vielen Jahren mit Herz und Verstand der ehrenamtliche Wart von Gehlens Kull, war die Aktion der fleißigen „Müllsammler“ wieder ein Highlight. Mittlerweile hat er etliche Nachbarn im positiven Sinne angestiftet, sich ebenfalls für dieses botanische Kleinod ehrenamtlich einzusetzen. Dankbar ist er insbesondere auch den Mitarbeitern des städtischen Technischen Betriebsamtes und seines Leiters Georg Paulus und der Abteilung Städtischer Forst unter der Leitung von Theo Preckel, die seine Initiativen immer wieder professionell unterstützen.

Ans Herz gewachsen sind ihm insbesondere die Schüler der Kupferstädter Gesamtschule der Klassen 7 und 8 (früher Kogelshäuserschule), die sich bei dem Projekt „Helfende Hände“ regelmäßig mit großem Enthusiasmus bei Pflegemaßnahmen einbringen. Meuthens größter Wunsch ist, dass dieses Naturrefugium von möglichst vielen Stolberger Mitbürgern als „grüne Lunge“ und Platz zum „Seele baumeln lassen“ genutzt und pfleglich behandelt wird.

Zugänglich ist der Altstadtpark von verschiedenen Straßen aus: Bergstraße/Josef-von-Görres-Straße, Turmblick, Burgparkplatz Faches-Thumesnil-Platz und Vogelsangstraße. Weiterführende Informationen im Internet: https://www.bs-aachen.de, https://life-amphibienverbund.de; https://www.bundesfreiwilligendienst.de/