Stolberg-Büsbach: Ehemaliges Grubengelände in Büsbach wird zum Bauprojekt

Stolberg-Büsbach: Ehemaliges Grubengelände in Büsbach wird zum Bauprojekt

Als Heinrich Gussen Anfang der 60er Jahre beschloss, den hinteren Bereich seines an der Aachener Straße gelegenen Grundstückes zu bebauen, benötigte er eine Ausnahmegenehmigung. Die Abweichung vom Regelfall wurde erforderlich, weil das neue Wohnhaus am Rande eines unerschlossenen Geländes geplant war.

Ein Gelände, das isoliert wie eine Insel zwischen der Galmei- und der Aachener Straße lag. Nur ein schmaler, unbefestigter Pfad sorgte dafür, dass das als Wiesenland bezeichnete Terrain zugänglich war.

Gussen hatte allerdings vorausschauend geplant. Denn drei Jahre später gehörte die abgeschiedene Lage des 1962 entstandenen Gebäudes endgültig der Vergangenheit an. Das inselartige Gelände, das im 19. Jahrhundert als Bergbauterrain gedient hatte, erhielt eine neue Straße.

Geplant war der Bau einer Umgehungsstraße, die, am Büsbacher Ortszentrum vorbeiführend, den von der Finkensiefstraße kommenden Verkehr über den Lehmkaulweg zur Aachener Straße leiten sollte. Damit der Lehmkaulweg seine Funktion als Verbindungsstraße erfüllen konnte, musste zwischen Galmei- und Aachener Straße ein Durchstich angelegt werden, der Mitte der 60er Jahre zur Ausführung kam.

Heinrich Gussen verschaffte der Durchstich Vorteile. Nun lag sein „Haus Sonnenschein” genanntes Objekt mit der Vorderfront an einem neuen Teilstück des Lehmkaulweges. Neben Gussen brachte die Geländeerschließung auch anderen Bauherrn Pluspunkte.

1965 errichtete der Kaufmann Wilhelm Oebel in dem früheren Bergbaugelände einen weiteren Bau, der fortan die Adresse Lehmkaulweg 33 führte. Vorläufig abgeschlossen wurde das Bauprojekt, als 1994 zwei neue Gebäude hinzu kamen.

Viel über die Vergangenheit des Baugeländes am oberen Lehmkaulweg berichtet ein alter Plan, der sich im Stadtarchiv befindet. Auf der Karte ist nämlich eine ehemalige Erzgrube eingezeichnet, deren äußere Abmessung den Straßenverlauf berührt. Somit befindet sich ein kleiner Teil der mit Erdreich aufgefüllten Abbaustätte unterhalb des Niveaus der um 1965 fertiggestellten Straße.

Die alte Zinkerzgrube war einst ein Bestandteil des Bergbaugebietes Büsbacher Berg, das sich Mitte des 19. Jahrhunderts im Besitz einer Gesellschaft befand, die den Namen „Bredt & Co” führte: Hauptanteilseigner waren der Regierungsrat Jakob Bredt und der Stolberger Tuchfabrikant A. W. Stoltenhoff.

Herzstück des Grubenbetriebes waren die Schachtanlagen. Auch auf dem Areal, das sich in der Nachbarschaft des in den 60er Jahren neu angelegten Kreuzungsbereiches Lehmkaulweg/Galmeistraße befindet, lag einst eine Schachtanlage. Da die erzführenden Schichten nur eine geringe wirtschaftliche Ausbeute zuließen, war der Abbau schon 1880 wieder eingestellt worden.

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