Stolberg: Effizienz und Umweltschutz in der Stolberger Rüst

Stolberg : Effizienz und Umweltschutz in der Stolberger Rüst

Nachhaltiger und effizienter geht‘s in der Rüst zu: Die AMS — die Asphaltmischwerke Stolberg GmbH — verfügt nun über eine neue Trockentrommel mit Feuerungsanlage, die aufwendig per Kran installiert wurde, nachdem die bisherige Anlage demontiert war.

„Die alte Anlage war 18 Jahre alt und hat in dieser Zeit in nahezu 30 000 Betriebsstunden weit über eine Million Tonnen Asphalt produziert“, erklärt Geschäftsführer Jürgen Ramers.

Eine Frage von Millimetern war die Montage der neuen Trockentrommel, nachdem die alte ausgebaut und die neue in der Rüst angeliefert worden war. Foto: Achim Keller

Es war an der Zeit, das Herzstück der Produktion zu erneuern. Mit Hilfe dieser Anlagenkomponenten, die am Anfang des Produktionsprozesses stehen, wird das für die Asphaltproduktion bedarfsabhängig zusammengestellte Mineralgemisch bis auf eine Restfeuchtigkeit von weniger als 0,5 Prozent getrocknet und auf Temperaturen bis zu 350 Grad Celsius erwärmt. Die dafür benötigten Trocknungsanlagen bestehen aus Drehrohröfen, so genannten Trockentrommeln, und den dazugehörigen Industriebrennern.

Eine Frage von Millimetern war die Montage der neuen Trockentrommel, nachdem die alte ausgebaut und die neue in der Rüst angeliefert worden war. Foto: Achim Keller

„Die am Mischwerk in der Rüst neu installierte Trocknungsanlage verfügt über eine hochmoderne und effiziente Feuerung eines namhaften deutschen Herstellers“, so Ramers weiter: „Über Frequenzumformer-Technologie werden alle Aggregate perfekt aufeinander abgestimmt, was einen schadstoffarmen Ausbrand in allen Regelbereichen erlaubt.“

Mehr Umweltschutz, Recycling und Effizienz: Alljährlich investiert AMS-Geschäftsführer Jürgen Ramers in die Zukunft. Foto: Matteo Santamaria

In allen Leistungsbereichen des Brenners werde nur der tatsächlich benötigte Energiebedarf zur Trocknung eingesetzt. Neuartige Schalldämpfer verbinden Geräuschminimierung mit gleichzeitiger Verbesserung des Verbrennungswirkungsgrades. „Mit dieser modernen Feuerungstechnik ist man in der Lage, die anspruchsvollen Vorgaben der gültigen und auch der novellierten TA-Luft einzuhalten“, betont der AMS-Geschäftsführer.

Die 10 Meter lange und 35.000 kg schwere neue Trockentrommel mit einem Durchmesser von 2,5 Meter ist mit einem so genannten Mittenzugabering versehen, über den Recyclingmaterial dem Asphaltproduktionsprozess zugeführt werden kann. Somit bestehe bei der Produktion — neben der vor fünf Jahren neu installierten Kaltzugabe — eine zusätzliche Möglichkeit recycelten Altasphalt in den Produktionsprozess einfließen zu lassen und somit einen weiteren Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten.

Der Standort Rüst hat Geschichte. Dort ging das Mischwerk 1984 in Produktion — seinerzeit durch die Firma Teerbau, die von der Firma Teerschotter die Technik übernommen hatte, die sie an einer anderen Stelle auf dem Gelände betrieben hatte. Um die Jahrhundertwende übernahm die Eurovia Industrie GmbH die Produktionsanlagen und investierte kurz danach in zwei neue Bitumensilos.

2013 entstand als Joint Venture von Eurovia und der Stolberger Vereinigten Schotterwerke GmbH & Co. KG die Asphaltmischwerke Stolberg GmbH. Ihr Anspruch ist es, mit regelmäßigen weiteren Investitionen die Produktion umweltfreundlicher, wirtschaftlicher und effizienter zu gestalten.

So war auch dieser Umbau geplant im Rahmen der alljährlich stattfindenden Winterreparatur. Diese findet in der Regel zum Jahreswechsel an drei aufeinander folgenden Wochen statt.

Bedingt durch einen Lieferengpass beim Hersteller war nun eine kurzfristig angesetzte Verschiebung bis ins Frühjahr vonnöten. „Das kam der AMS in der Bau-Hochkonjunktur alles andere als gelegen“, gesteht Jürgen Ramers ein, „Produktionsausfälle konnten aber durch eine temporäre Verlagerung in das zweite, größere Werk in Geilenkirchen, das man 2015 erstanden hat, teilweise kompensiert werden.“

300.000 Tonnen pro Jahr

Die Produktionskapazität der zur AMS gehörenden Anlagen beträgt über 300.000 Tonnen pro Jahr. So ist auch ein Großteil des beim Ausbau des Aachener Autobahnkreuzes eingebaute Asphalt aus der Produktion des Stolberger Unternehmens. „Ein aktuelles Großprojekt ist neben dem dortigen 6. Bauabschnitt der komplette Deckenaustausch auf der Jägerhausstraße zwischen Zweifall und Raffelsbrand“, sagt der aus Breinig stammende Geschäftsführer.

Gemeinsam mit seinem Geschäftsführer-Kollegen Wilfried Dohmen hat Ramers auch für die kommende Winterreparatur bereits die nächsten Ertüchtigungen ins Auge gefasst. Das Investitionsvolumen des aktuellen Umbaus lag in einem hohen sechsstelligen Bereich.

(-jül-)