Dorfentwicklungskonzept bietet Mausbach völlig neue Perspektiven

Markusplatz und Schroiffstraße : Die Mausbacher arbeiten an spannenden Ideen

Und spannend wird es dann wirklich in Mausbach, als Uli Wildschütz, Maike Polzenberg und Martina Winandi vom Büro Raumplan die Vorschläge für den Markusplatz und die Grünfläche Schroiffstraße den Bürgern vorstellen. Im Rahmen des Integrierten Dorfentwicklungskonzeptes sollen diese beiden bedeutenden Punkte im Mausbacher Dorfkern durch eine neue Gestaltung aufgewertet werden.

Die Mausbacher scheinen geübte Teilnehmer von Planungswerkstätten zu sein. Nach einer kurzen Einführung durch den Technischen Beigeordneten Tobias Röhm und einer kurzen Skizzierung der Pläne gruppieren sich die Bürger fast schon automatisch um die vier Tische mit den Zeichnungen, um die Entwürfe zu studieren und diskutieren.

Dabei wirken die Ideen zur kleineren Anlage an der Schroiffstraße deutlich vielfältiger als die für den großen Markusplatz, der aufgrund der vielfältigen Nutzungen, die zu berücksichtigen sind, den Planern weniger Spielraum einräumt. 

Variante 1a präsentiert eine gegenläufige Zufahrt von der Kupferkanne bis in die Platzmitte, wo der Weg von der Treppenanlage zum Bürgerhaus quasi zur Bushaltestelle an der L 12 verlängert wird. 18 gruppenweise angeordnete Stellplätze bietet der westliche Platzbereich. Auf dem östlichen verbleibt neben einer Feuerwehrzufahrt das Ehrenmal, das von Sitzstufen eingerahmt wird, sowie drei Behindertenstellplätze.

Variante 2 für den Markusplatz verlegt die Zufahrt zu den Parkplätzen zur heutigen Bushaltestelle. Raum für Außengastronomie und eine neue Mitte mit Brunnen werden gewonnen. Foto: Jürgen Lange

Variante 1b arbeitet mit einer Einbahnregelung von der „Kupferkanne“ zur Krewinkler Straße. Neben der Fahrbahn sind zwölf plus drei Längsparkstände zu finden – eine Verkehrsführung, die an diesem Abend leicht bevorzugt wird.

Variante 2 verlegt die Zufahrt zu den gruppenweise im westlichen Teil angeordnete Stellplätzen; drei weitere Behinderten-Parkplätze liegen an der Krewinkler Straße. In der Mitte des Platzes nahe dem Ehrenmal kann ein kleiner Dorfbrunnen, an dessen Rand man sitzen kann angelegt werden. Zudem gibt es zusätzlichen Platz für eine Außengastronomie vor der „Kupferkanne“.

Alle Varianten zur Schaffung von verbesserter Aufenthaltsqualität sehen zusätzlich die Möglichkeiten neuer Sitzbänke, Beleuchtung und einer Infostele vor. Zudem ist eine Verschmälerung der L 12 auf knapp zehn Meter vorgesehen, wobei eine lang gezogene Mittelinsel den Übergang in Richtung Kirche markiert. Diskutiert werden separate Zugänge in die Geschäfte, die aufgrund der Topographie auf der einen Seite einen barrierefreien Zugang, auf der anderen Stufen haben können.

Variante 2 für die Schroiffstraße: Dieser Entwurf sieht eine Verlegung der Zufahrt an die L 12 an der schmalsten Stelle vor, was links viel Platz für Spielplatz und Bouleanlage bringt. Foto: Jürgen Lange

Ein eindeutiger Favorit kristallisiert sich an dem Abend aber nicht heraus. Für alle drei Vorentwürfe gibt es Pro- und Kontra-Argumente. Angeregt wird neben der Querungshilfe in der Gressenicher Straße eine weitere in der Kurt-Schumacher-Straße in Höhe der Gaststätten. 

Bei der Grünfläche Schroiffstraße liegt Entwurf 2 vorne in der Gunst. Er sieht eine neue Zufahrt mittig an der schmalsten Stelle zur L 12 vor. Damit wird die Anlage in zwei Hälften geteilt. Die östliche bietet neben Grünflächen Stellplätze und die Wertstoffcontainer. Die westliche Seite fasst Spielplatz und Bouleanlage neu zusammen und sieht Schrägparkplätze am Rand zur Schroiffstraße vor. Der Weg am Spielplatz vorbei in Richtung Pesch bleibt bestehen.

Anders in der Variante 1b, in der der Weg zur Straße ausgebaut wird, die direkt gegenüber dem Pesch mündet und den bisherigen Anschluss an die L12 ersetzt. Auch diese Variante sieht eine Zusammenfassung von Bouleanlage und Spielplatz (auch ein kleiner Wasserlauf ist vorgeschlagen) in einer von Hecken gesäumte Gesamtfläche vor. Parkplätze gibt es am Rand und im östlichen Bereich bei den Wertstoffcontainern. Eine Treppe zur L12 ist gleichzeitig die Verbindung zwischen den beiden Bereichen. Die Standorte der Container und eine geänderte Einbahnstraßenregelung auf der Schroiffstraße ist der Unterschied zum Entwurf 1a.

Erhalten bleiben und nur neu verlegt werden sollen die historischen Steine der Gosse in der Schroiffstraße, in deren Verlauf das Längsparken im Bereich des Blumenladens geordnet werden soll. 

Auf dem Markusplatz soll der Standort der Kreuzanlage erhalten bleiben und würdevoller eingefasst werden. Die Parkplätze sollen neu geordnet werden. Drei unterschiedliche Versionen gibt es für die Zufahrt; eine sieht zudem einen kleinen Dorfbrunnen in der Platzmitte vor, an dem man sich niederlassen kann. Foto: Jürgen Lange

Die Entwürfe des Planungsbüros und die Anregungen der Mausbacher will die Verwaltung nun zusammenfassen und auswerten. Dem Ausschuss für Stadtentwicklung soll möglichst noch vor den Sommerferien eine Entwurfsplanung zur Entscheidung in öffentlicher Sitzung vorgelegt werden.

Im September diesen Jahres soll fristgerecht der Zuschussantrag für das Dorferneuerungsprogramm gestellt werden. Bei einer positiven Bewilligung 2020 kann die Ausführungsplanung angelassen und bei optimalem Verlauf der Umbau zum Jahresende beginnen.

Angesichts der recht unterschiedlichen Varianten für die beiden Plätze muss auch die Kostenplanung überprüft werden. Bislang sind im Haushalt 1,75 Millionen Euro für den Markusplatz vorgesehen. Die Ausbaukosten an der Schroiffstraße wurden im vergangenen Jahr noch auf 520.000 Euro geschätzt.

Mehr von Aachener Nachrichten